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Verstand der du gefässelt bist, der du eingenzwängt bist in einen Käfig, der du durch Gassen irrst, die keinen Ausweg bieten. Verstand der du doch leben willst – in Freiheit, wie es deine Art ist.

Keine Fässel ist stark genug für deinen Drang hinaus in die Weite, kein Käfig dem du nicht enkommen könntest und keine Gasse, aus der es keinen Ausweg gibt.

Du allein hast die Kraft Mauern zu errichten oder einzureißen. Schranken existieren nur in deiner Vorstellung. Sie sind ebensowenig real wie vorgegebene Wege. Sie sind nur ein Gespinnst der Phantasie. Jedes Wort das wir hören, jeder Text den wir lesen, und sogar die meisten Bilder die wir sehen errichten unzählige Mauern in unseren Köpfen, bilden Schranken und Wegweiser. Doch der freie Verstand lebt nicht davon, dass er Wegen folgt, sondern davon, dass er Schranken zerschlägt und Mauern überwindet.

Es gibt keinen anderen Weg zu verstehen, als zu hinterfragen. Eine jede Antwort ist immer nur ein blasses Abbild ihrer Frage. Nur der Verstand, der die Frage kennt, kann die Antwort verstehen, denn nur er kann die Alternativen erblicken und beleuchten. Beleuchten und Durchleuchten von Alternativen ist dein Herzschlag der dich Verstand am Leben hält. Denn wenn du keine Alternativen zulässt bist du nichts als ein stumpfes Gedächtnis.

Ein stumpfes Gedächtnis, ein Maschinengedächtnis will die Welt aus die machen. Denn nur so kannst du in ihrem Sinne walten und schalten. Aber du bist keine Maschine, kein Werkzeug. Du bist ein Wesen das Leben will, dass sich frei entfalten muss um zu gedeihen und eine bessere Welt zu denken.

Wenn du einmal gelernt hast zu hinterfragen, dann steht dir die Welt offen. Wenn du erkennst, was sich hinter den Worten der Menschen verbirgt, wirst du nicht nur hören, was sie sagen, sondern auch verstehen warum sie es dir sagen und was sie dir sagen wollen.

Nur wenn du fähig uns willens bist nichts von vornherein auszuschließen, und alles zu hinterfragen, wirst du dich über die Gassen und Mauern erheben, und ihre Bedeutungslosigkeit begreifen. Denn bedeutlungslos sind sie warlich für jene, die sie überwinden können!

„Habt ihr es nicht kommen sehen?“

So oder so ähnlich könnte in einer nicht allzu fernen Zukunft einmal die Jugend fragen! Und was sagen wir dann?

Die einen werden sagen: Wir hatten Angst vor Terroristen! Andere werden sagen: Wir hatten andere Probleme! Und wieder andere argumentieren: Wir hatten keine Wahl mehr! Und vielleicht sagt der eine oder andere: Wir hatten keine Ahnung!

Was wirst du antworten?

Hast du Angst vor Terroristen? Wenn ja, dann frage dich einmal warum. Und dann vergleiche deine Antwort mal mit anderen Sorgen. Dazu empfehle ich mal Volker Pispers. Besser kann ich das nicht auf den Punkt bringen.

Oder hast du andere Probleme? Mit Sicherheit! Aber sollte man deshalb sagen: „Was scheren mich Krieg und Diktatur, Ausbeutung und Betrug?“ Vermutlich nicht. Der eine oder andere mag tatsächlich gravierende Probleme haben, aber der wird hier wohl auch nicht lesen. Den meisten Menschen geht es doch viel zu gut, als dass sie sich über Dinge beschweren, die sie nicht – oder noch nicht – direkt betreffen…

Oder meinst du, du hättest keine Wahl mehr?  Wohl kaum, vielleicht keine Lust, keinen Mut oder etwas in der Art. Aber die Wahl hat man – zumindest noch! Nur muss man auch wissen, was man wählt…

„Wir hatten keine Ahnung!“ Das ist wohl noch die ehrlichste Aussage. Zumindest wird es für die meisten so sein. Aber keine Ahnung zu haben, heißt nicht das man unschuldig ist. Denn es gibt genug Menschen, die Probleme und Alternativen – häufig auch alternative Probleme – aufzeigen. Jeder hat dich Möglichkeit sich zu informieren. Und auch die Möglichkeit mehr zu tun als nur ab und an mal „Bio“ zu kaufen oder Veganer zu werden. Mehr zu tun als sich zu beschweren, als nur Alternativen zu suchen, oder als zu sagen: „Macht dieses oder jenes mal besser!“

Es mag schwer sein den Weg zu sehen, aber manchmal muss man auch ein wenig suchen, ehe man den Weg findet, oder ein wenig in die richtige Richtung gehen, ehe man den Weg erkennt!

Und vor allem sollte man den falschen Weg nicht beschreiten, nur weil er so bequem ist!

Was auch immer man glaubt, was auch immer man weiß, was auch immer man erdacht hat.

Was auch immer man gelesen hat, was man gesehen hat, was man auch gehört hat.

Was auch immer man gelernt und was man verstanden hat.

Insbesondere wenn Zweifel auftauchen, oder wir uns mit Kritik konfrontiert sehen, sollten wir uns einmal Zeit nehmen, und nicht nur nachdenken, sondern auch überdenken.

Nachdenken ist einfach, man folgt einer Argumentation und gelangt zu einem Ergebnis.

Doch viele Wege führen nach Rom – und noch mehr in die Irre.

Der kritische Umgang mit den eigenen Gedanken ist das höchste Gut für einen freien Geist. Es gibt viele Wahrheiten, aber nur ein Bruchteil von ihnen ist vollkommen, wenn es das überhaupt gibt. Die meisten Wahrheiten und Gedanken sind unvollkommen, sie strahlen mal mehr oder wenige hell. Mal werden sie angestrahlt, mal strahlen sie selber. Aber nur wenige Gedanken sind in der Lage aus sich selbst heraus alles zu überstrahlen. Und selbst diese Gedanken strahlen nicht für jeden gleich hell. Und manch einer erkennt ihre Strahlen gar nicht, weil er abgewandt steht oder die Sicht versperrt ist. Man muss immer bereit sein sich auch einmal umzuwenden. Man sollte keinen soliden Standpunkt leichtfertig aufgeben, aber man sollte auch nicht leichtfertig sein oder stillstehen, aus Angst der eigene Standpunkt könnte einem unter den Füßen zerbröckeln…

Seit kritisch mit anderen, mit euch und bitte auch mit mir!

Aber glaubt nicht einfach nur zu wissen…

Häufig stellt sich mir beim Lesen die Frage, was genau will mir der Autor damit eigentlich sagen… Und dabei stoße ich häufig auf ein Problem, welches mir für das Verständnis und die Kommunikation der Menschen von grundlegender Bedeutung scheint.

Welche Bedeutung steckt eigentlich in den Worten, wenn jemand den Kapitalismus, den Neoliberalismus, die Marktwirtschaft, die Banken oder was auch immer kritisiert? Was bedeutet rechts, und vor allem was bedeutet links, was ist Raubtierkapitalismus, was ist liberal und was sozial?

In diesen Fragen steckt weit mehr als Paragraphenreiterei. Denn wie will man über etwas reden können, wenn die Begriffe nicht klar definiert sind? Problematisch wird dies insbesondere, wenn man wie gestern am 15. Oktober Schilder und Plakate auf einer Demonstration mitführt, um damit etwas auszusagen. Insbesondere gestern war dies ja kein Problem, da es im wesentlichen darum ging seinem Unmut Luft zu machen. Aber spätestens wenn die MLPD aus der Kapitalismuskritik die Abschaffung des Kapitalismus folgert  und die Wiedereinführung des Sozialismus fordert, wird klar, dass nicht alle das gleiche meinen und wollen.

Das erste, was ich beim Thema Begriffsklärung immer mache, ist nachlesen. Zum einen im Internet, da ich dort in solchen Momenten oft ohnehin bin. Das läuft dann oft auf Wikipedia hinaus. Ist aber vermutlich besser, als ein Lexikon oder eine beliebige Seite im Netz, wo ich dann nur eine wissenschaftliche oder persönliche Sicht erhalte. Und parallel dazu frage ich mein altes Lexikon (Denerts Universallexikon in zwei Bänden um 1900).

Wenn mein Lexikon dann aber zum Beispiel den Begriff Kapitalismus noch nicht einmal kennt, und Wikipedia mir drei wissenschaftliche und zehn gebräuchliche Erklärungen liefert, werden meine Fragezeichen meist noch größer.

Das Problem ist, dass einem beim Gebrauch eines Wortes dieser Aspekt meist nicht in den Sinn kommt. Und wenn wir etwas lesen oder hören meist auch nicht. Wir interpretieren lediglich so, wie es uns gerade in den einfällt. Und das führt häufig zu Missverständnissen.

Daher bedarf es leider meist längerer Texte, oder ausführlicher Gespräche (welche ich daher für ausgesprochen wertvoll halte), um halbwegs eindeutig zu formulieren, und man kann eben nicht mal eben seine Meinung kundtun. Man kann sich zwar mal eben über Dinge empören, und das ist auch wichtig, aber Systemkritik ist leider nicht so einfach verständlich zu machen. Daher werden die Proteste in Deutschland gestern wohl auch zahlenmäßig so klein ausgefallen sein. Ich war zugegeben über 1000 Demonstranten (Polizeischätzung) in Dresden überrascht, insbesondere, wenn man die kurzfristige 4 Tage Planung berücksichtigt. Aber viel ist das trotzdem nicht. Den Deutschen geht es vermutlich noch zu gut, um sich einfach so zu beschweren. Viele sehen einfach keinen Grund für direkte Demokratie oder gegen irgend etwas weniger konkretes zu demonstrieren. Wir werden zwar auch ausgebeutet, aber angesichts der vielen Krümel, die uns vom Kuchen anderer zufallen, sehen das viele wohl nicht. Ob da konkrete Kritik allerdings hilft kann ich auch nicht genau sagen.

Spätestens jedoch, wenn jemand einmal nicht unser Meinung ist oder uns nicht versteht, müssen wir uns bewusst machen, dass dies auch daran liegen kann, dass wir Begriffe verschieden verstehen. Insbesondere wenn wir über unseren Tellerrand hinaus schauen und uns mit anderen Meinungen auseinandersetzen wollen, ist dies unvermeidlich.

Noch ist zwar nichts beschlossen, aber wer sich den Vertragsentwurf  zur Einrichtung des ESM einmal durchliest, kann eigentlich nur verzweifeln. Hier mal nur ein paar schöne Zitate, aber der ganze Entwurf ist mit 30 Seiten durchaus erlesenswert, zumal gut verständlich.

Den ESM Gesetzentwurf kann ich jedem nur empfehlen!

„Zweck des ESM ist es, Finanzmittel zu mobilisieren und den ESM-Mitgliedern, die
schwerwiegende Finanzierungsprobleme haben oder denen solche Probleme drohen, unter
strikten wirtschaftspolitischen Auflagen eine Finanzhilfe bereitzustellen, wenn dies
unabdingbar ist, um die Stabilität des Euro-Währungsgebiets insgesamt zu wahren.“

Sprich, wer pleite ist, bekommt Geld gegen Auflagen. Der ESM kann also Wirtschaft und Politik beeinflussen, wenn das betreffende Land nicht die Zahlungunfähigkeit erklären will.

Macht auf mich einen eher Diktatorischen Eindruck. Ok, nennen wir es Expertenkommission (auf russisch übrigens Sowjet).

Der ESM, sein Eigentum, seine Finanzmittel und Vermögenswerte genießen unabhängig
von ihrem Standort und Besitzer umfassende gerichtliche Immunität, jedoch nicht, soweit der
ESM für die Zwecke eines Verfahrens oder aufgrund der Bedingungen eines Vertrags,
einschließlich der Unterlagen der Gründungsurkunden, ausdrücklich auf seine Immunität
verzichtet.

Das Eigentum, die Finanzmittel und Vermögenswerte des ESM sind unabhängig davon, wo
und in wessen Besitz sie sich befinden, von Zugriff durch Durchsuchung, Beschlagnahme,
Einziehung, Enteignung und jede andere Form der Inbesitznahme, Wegnahme oder
Zwangsvollstreckung durch Regierungshandeln oder auf dem Gerichts-, Verwaltungs- oder
Gesetzesweg befreit.

Soweit es die Ausführung der in diesem Vertrag vorgesehenen Tätigkeiten erfordert, sind
das gesamte Eigentum sowie alle Finanzmittel und Vermögenswerte des ESM von
Beschränkungen, Verwaltungsvorschriften, Kontrollen und Moratorien jeder Art befreit.
Der ESM ist von allen Verpflichtungen nach dem Recht der einzelnen ESM-Mitglieder zur
Genehmigung oder Zulassung als Kreditinstitut, Anlagedienstleister oder sonstige
genehmigte, zugelassene oder bestimmten Regelungen unterliegende Einrichtung befreit.

Die Gouverneursratsmitglieder, stellvertretenden Gouverneursratsmitglieder, Direktoren,
stellvertretenden Direktoren, der Geschäftsführende Direktor und das Personal genießen
Immunität von der Gerichtsbarkeit hinsichtlich der in ihrer amtlichen Eigenschaft
vorgenommenen Handlungen und Unverletzlichkeit in Bezug auf ihre amtlichen
Schriftstücke, jedoch nicht, wenn und soweit der Gouverneursrat diese Immunität
ausdrücklich aufhebt.

Das Personal des ESM unterliegt für die vom ESM gezahlten Gehälter und Bezüge nach
Maßgabe der vom Gouverneursrat zu beschließenden Regeln einer internen Steuer zugunsten
des ESM. Ab dem Tag der Erhebung dieser Steuer sind diese Gehälter und Bezüge von der
staatlichen Einkommensteuer befreit.

Was um alles in der Welt planen Menschen, die einen solchen Vertrag ausarbeiten?

Wenn das keine komplette Planwirtschaft ist, dann weiß ich auch nicht.

Nicht mehr lange, und die ersten werden sich wohl in die „gute, alte Deutsche Demokratische Republik“ zurücksehnen!

 

 

 

Bekanntlich wurde weder Rom an einem Tag erbaut, noch ein freier Geist an eben dieser Zeit geformt. Und ebenso sieht es auch mit mir und diesem Blog aus.

Ich gehöre jedoch zu den Menschen, die beim Schreiben besser nachdenken können. Und warum soll ich nur für mich schreiben? Nichts desto trotz glaube, oder besser befürchte, ich, dass vieles was ich hier schreiben werde kaum jemanden interessiert. Aber da das Schreiben auch meiner Vergesslichkeit vorbeugt, kann es aus dieser Sicht schon mal nicht schaden^^

Was erwartet den Leser? An sich alles, worüber ich mir Gedanken mache. Also alles Mögliche über Gesellschaft, Politik und natürlich auch ein wenig über mich.

Da ich schon ein wenig vor mich hin geschrieben habe, werde ich wohl recht bald mal das Eine oder Andere hier herein kopieren. Generell werde ich aber hoffentlich recht viel neues hier niederschreiben!

Nur soviel sei schon mal verraten: Ich bin für vieles offen, aber auch recht kritisch. Entsprechend werden hier des öfteren mal ein paar unkonventionelle Gedanken auftauchen, die einen eher philosophischer Natur, die anderen eher praktisch.

In jedem Fall sind Kommentare  und Meinungen immer gern gesehen – sogar ausdrücklich erwünscht!

Denn der offene Austausch über Gedanken ist immer das Beste. Ich bin auch nicht allwissend, und werfe des öfteren mal eine meiner Meinungen über Bord…