Wenn man Benedikt Härlin glauben kann, wass er in seinem gestrigen Vortrag in Dresden darlegte, und was in dem von ihm mitverfassten Weltagrarbericht geschrieben steht, dann muss man sich in der Tat fragen, was da eigentlich alles schief läuft.

In Afrika lebt nur ein Viertel aller Unterernährten der Welt, zwei Drittel leben in Asien und in den seltensten Fällen gibt es (auch in Afrika) in den betreffenden Ländern zu wenig Nahrung. 70% der Hungernden leben auf dem Land, obwohl über 50 % aller Menschen in Städten leben.

56 % dessen was auf den Äckern weltweit angebaut wird kommt nicht beim Konsumenten an. 26 % geht durch die Fleischproduktion verloren und 30 % vergammeln zwischen Ernte und Verbrauch (bzw. werden nicht verbraucht). In Deutschland werden etwa 40 % der Lebensmittel weggeschmissen.

Und wer glaubt das die Sonne die meiste Energie für unsere Ernährung aufbringt, ist auf einem Holzweg unterwegs, der nicht einmal mehr morsch, sondern lediglich noch imaginär ist. Denn für 1 kJ, dass wir verzehren, werden durch  An- und Abbau, Düngung und Transport der Lebensmittel etwa 10 kJ aufgewendet. Da verwundert es nicht, dass die Landwirtschaft für etwa 40 % der Treibhausgase verantwortlich ist (unabhängig davon, ob sie nun klimaschädlich sind, oder nicht, gibt diese Zahl eine Ahnung davon, wie viel Aufwand mit unseren Lebensmitteln betrieben wird).

Weitere Probleme unserer Landwirtschaft sind neben dem Einsatz von diversen Pestiziden auch die Überdüngung und der Einsatz großer und damit auch schwerer Maschienen, welche den Boden stark verdichten und dafür sogen, dass seit einigen Jahrzehnten zwar weniger Menschen in der Landwirtschaft arbeiten müssen, aber dafür auch die Produktivität zurückgeht.
Daher überlegt euch demnächst zwei mal, wie, wo und was ihr einkaufen geht!

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