Archive for Oktober, 2012


Wenn man Benedikt Härlin glauben kann, wass er in seinem gestrigen Vortrag in Dresden darlegte, und was in dem von ihm mitverfassten Weltagrarbericht geschrieben steht, dann muss man sich in der Tat fragen, was da eigentlich alles schief läuft.

In Afrika lebt nur ein Viertel aller Unterernährten der Welt, zwei Drittel leben in Asien und in den seltensten Fällen gibt es (auch in Afrika) in den betreffenden Ländern zu wenig Nahrung. 70% der Hungernden leben auf dem Land, obwohl über 50 % aller Menschen in Städten leben.

56 % dessen was auf den Äckern weltweit angebaut wird kommt nicht beim Konsumenten an. 26 % geht durch die Fleischproduktion verloren und 30 % vergammeln zwischen Ernte und Verbrauch (bzw. werden nicht verbraucht). In Deutschland werden etwa 40 % der Lebensmittel weggeschmissen.

Und wer glaubt das die Sonne die meiste Energie für unsere Ernährung aufbringt, ist auf einem Holzweg unterwegs, der nicht einmal mehr morsch, sondern lediglich noch imaginär ist. Denn für 1 kJ, dass wir verzehren, werden durch  An- und Abbau, Düngung und Transport der Lebensmittel etwa 10 kJ aufgewendet. Da verwundert es nicht, dass die Landwirtschaft für etwa 40 % der Treibhausgase verantwortlich ist (unabhängig davon, ob sie nun klimaschädlich sind, oder nicht, gibt diese Zahl eine Ahnung davon, wie viel Aufwand mit unseren Lebensmitteln betrieben wird).

Weitere Probleme unserer Landwirtschaft sind neben dem Einsatz von diversen Pestiziden auch die Überdüngung und der Einsatz großer und damit auch schwerer Maschienen, welche den Boden stark verdichten und dafür sogen, dass seit einigen Jahrzehnten zwar weniger Menschen in der Landwirtschaft arbeiten müssen, aber dafür auch die Produktivität zurückgeht.
Daher überlegt euch demnächst zwei mal, wie, wo und was ihr einkaufen geht!

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Die Welt ist kompliziert.

Das will und kann ich nicht bestreiten.

Aber das Problem daran ist nicht, dass wir sie deshalb nicht verstehen, sondern dass wir uns duch die Kompliziertheit der Welt davon ablenken lassen, dass es einfache Wahrheiten gibt.

In unserem Innern wissen wir, dass unser Wohlstand nicht nur auf Technologien und unserer Arbeit beruht, sondern auch auf der Ausbeutung anderer Menschen. Wir wissen, dass Kriege nicht geführt werden, um den Menschen in einem fremden Land zu helfen, sondern um unsere Interessen durchzusetzen.

Das ist uns klar! Aber die Konsequenzen erahnen wir nur. Es ist nur schwer vorstelbar, in wie weit unser Wohlstand tatsächlich zu Lasten Dritter geht. Und da dies so schwer vorzustellen ist, lassen wir es gleich ganz bleiben, berufen uns auf die Kompliziertheit der Welt und täuschen damit uns und andere. Eine kollektive Ignoranz entsteht, und diejenigen die aus diesem Kollektiv ausbrechen, werden kaum beachtet und zum Teil als Spinner bezeichnet.

Das führt so weit, dass unser Gehirn uns mit der Zeit glauben macht es wäre alles in Ordnung. Werden wir danach gefragt, wissen wir zwar noch, dass da etwas nicht stimmt, aber im Altag werden diese Aspekte mitunter vollkommen ins Unterbewusstsein verdrängt.

Der Mensch ist nicht von Grund auf böse, aber er unterliegt wie alle Tiere einem Selbsterhaltungstrieb, der auch das Bewusstsein verschiebt, wenn es nötig ist und die eigene Existenz bedroht scheint.

Neben diesem Trieb gibt es aber auch diese eine Eigenschaft, die den Menschen angeblich signifikant vom Tier unterscheidet. Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen. Das heißt wir sollten zumindest in der Lage sein unseren Verstand zu gebrauchen.

Und wenn Mensch zum Beispiel die Menschenrechte für gut erachtet und diese mit ein wenig Verstand beherzigen, sollte allen Menschen auf dieser Welt ein besseres Leben möglich sein.

Zu erkennen, dass die Umverteilung materiellem Wohlstandes dabei allen zugute kommen kann, ist dabei nur ein erster Schritt.