Archive for April, 2012


Zeit

Es gab Zeiten in meinem Studium, da hab ich (die meisten) Vorlesungen besucht, Protokolle geschrieben und Praktika vorbereitet, aber sonst recht viel rumgegammelt. Sicher hab ich mich auch damals wie bereits zu Schulzeiten mit verschiedenen gesellschaftlichen Problemen befasst, und auch etwas geschrieben, aber zur Zeit erkenne ich mich selbst kaum wieder.

Seit dem ich nur noch 6 Stunden am Tag arbeite, um mehr Zeit für meine Dipomarbeit zu haben werde ich in einem Maße von Tag zu Tag produktiever, dass ich mich selbst kaum wieder erkenne.

Nicht nur dass ich schon immer Probleme hatte viel zu schreiben, und zumeist nicht mehr als eine Seite am Tag zustande brachte, auch dass ich regelmäßig Ablenkung durch Filme, Serien, Spiele und ähnliches gebraucht habe, scheint vorbei. Seit etwa zwei Wochen schlafe ich nur noch 6 Stunden am Tag, und nutze den Rest in einem Maße, dass mir früher unvorstellbar vorkam. Ein wesentlicher Teil dieses Phänomens scheint die Tatsache zu sein, dass ich mich sehr häufig mit Menschen über die Probleme unserer Welt unterhalte und mit diesen auch Ideen entwickle und Aktionen plane, um die Menschen darauf ein wenig aufmerksam zu machen.

Diese Treffen sind zwar zum Teil recht lang, und erfordern eine gewisse Aufmerksamkeit und Durchdachtheit, aber meistens habe ich danach das Gefühl, ich könnte Bäume ausreichen. So kommt es nicht selten vor, dass ich nach der Arbeit etwa 2 Stunden koche und etwas das WG-Leben genieße, dann an der Diplomarbeit arbeite, mich dann mit „meinen Leuten“ treffe, und hinterher noch einmal bis 1 Uhr Nachts an meiner Diplomarbeit schreibe. Und selbst wenn ich einmal von 6 bis 22 Uhr arbeiten muss, gehe ich dannach mitunter noch eine Stunde Joggen und setzt mach danach noch an meine Diplomarbeit. Dazu Montags 4 Stunden Sport und z.B. mal Paddeln gehen.

Den Höhepunkt bildete vorerst die vergangene Nacht, in der ich Nachts um 3 mal eben beschlossen habe auf Arbeit zu fahren, um noch ein wenig was zu schaffen. Mittags zwei Stunden sonnenbaden an der Elbe, und bereits wieder fit und voller Tatendrang.

Es ist ein wenig, als würde man sich von Raum und Zeit lösen und über den Dingen zu schweben beginen.

Ich bin mir gerade nur nicht richtig sicher wo die Reise hingeht…

Arbeit hat ihren Preis. Das muss die Gesellschaft erkennen und akzeptieren!

Man kann das Blatt drehen und wenden wie man will, aber man muss letztendlich erkennen, dass für eine gute Versorgung in Pflege und Gesundheit das Gehalt zum Beispiel der Leute, die eben dies zum Großteil besorgen, nicht ausreicht.

Um Arbeit wieder wertschätzen zu können bedarf es jedoch zwangsläufig nicht nur einer besseren Bezahlung, sondern damit einhergehend auch einer Umverteilung von Vermögen.

„Eigentum verpflichtet.“ Doch wozu? Wer einmal mehr besitzt, als er verbraucht, kann seine Ersparnisse, in welcher Form auch immer, für sich arbeiten lassen. Das heist aber auch, dass andere mit diesem Vermögen arbeiten und dafür zahlen, und sich somit ein überschüssiges Vermögen auf Kosten anderer stetig vermehrt.

Dabei vergrößert sich zwangsläufig die Schere zwischen Arm und Reich. Solange die „Reichen“ mehr verdienen als sie ausgeben, müssen die „Armen“ im Mittel immer Ärmer werden – ob sie wollen oder nicht.

Auch wenn es genügend Rechtfertigungen dafür gibt, dass man Miete, Pacht oder Zinsen erhält, so stellt sich doch die Frage, wie das dadurch erworbene Vermögen zumindest zurück zu den Menschen gelangt. Und auch wenn diese Vermehrung von Besitz allgemein in der Gesellschaft akzeptiert wird, so stellt sich doch die Frage, ob dies in jedem Maße moralisch gerechtfertigt werden kann.

Verstand der du gefässelt bist, der du eingenzwängt bist in einen Käfig, der du durch Gassen irrst, die keinen Ausweg bieten. Verstand der du doch leben willst – in Freiheit, wie es deine Art ist.

Keine Fässel ist stark genug für deinen Drang hinaus in die Weite, kein Käfig dem du nicht enkommen könntest und keine Gasse, aus der es keinen Ausweg gibt.

Du allein hast die Kraft Mauern zu errichten oder einzureißen. Schranken existieren nur in deiner Vorstellung. Sie sind ebensowenig real wie vorgegebene Wege. Sie sind nur ein Gespinnst der Phantasie. Jedes Wort das wir hören, jeder Text den wir lesen, und sogar die meisten Bilder die wir sehen errichten unzählige Mauern in unseren Köpfen, bilden Schranken und Wegweiser. Doch der freie Verstand lebt nicht davon, dass er Wegen folgt, sondern davon, dass er Schranken zerschlägt und Mauern überwindet.

Es gibt keinen anderen Weg zu verstehen, als zu hinterfragen. Eine jede Antwort ist immer nur ein blasses Abbild ihrer Frage. Nur der Verstand, der die Frage kennt, kann die Antwort verstehen, denn nur er kann die Alternativen erblicken und beleuchten. Beleuchten und Durchleuchten von Alternativen ist dein Herzschlag der dich Verstand am Leben hält. Denn wenn du keine Alternativen zulässt bist du nichts als ein stumpfes Gedächtnis.

Ein stumpfes Gedächtnis, ein Maschinengedächtnis will die Welt aus die machen. Denn nur so kannst du in ihrem Sinne walten und schalten. Aber du bist keine Maschine, kein Werkzeug. Du bist ein Wesen das Leben will, dass sich frei entfalten muss um zu gedeihen und eine bessere Welt zu denken.

Wenn du einmal gelernt hast zu hinterfragen, dann steht dir die Welt offen. Wenn du erkennst, was sich hinter den Worten der Menschen verbirgt, wirst du nicht nur hören, was sie sagen, sondern auch verstehen warum sie es dir sagen und was sie dir sagen wollen.

Nur wenn du fähig uns willens bist nichts von vornherein auszuschließen, und alles zu hinterfragen, wirst du dich über die Gassen und Mauern erheben, und ihre Bedeutungslosigkeit begreifen. Denn bedeutlungslos sind sie warlich für jene, die sie überwinden können!