Archive for Januar, 2012


Erleuchtung?

Kürzlich ist mir etwas interessantes widerfahren…

Gerade einen Tag nachdem es mir mal wieder gelungen war meine Gedanken halbwegs zu ordnen und auf den Punkt zu bringen, kam mir mal wieder ein Text aus meiner Vergangenheit in die Hände. Nun bin ich ja mit 25 Jahren noch nicht so alt, so dass man eigentlich sagen müsste ein Text aus meiner Jugend. Nur war ich damals nicht sonderlich schreibsamer als heute, und hab auch damals schon immer nur sporadisch derlei Aktivitäten an den Tag gelegt, so dass der Text, oder besser die Texte sich nicht so gut datieren lassen, aber es war wohl irgendwo in meiner Schulzeit zwischen der 10. Klasse und dem Abi.

Und wie ich so lese, wird mit allmählich bewusst, dass ich in den letzten Jahren zwar vieles dazugelernt habe, dass sich viele meiner Ansichten geändert haben, und dass ich eine wesentlich umfänglichere Sicht auf die Welt erlangt habe, aber im Grunde hatte ich damals einen besseren Blick für das Wesentliche! Ich dachte bisher, dass vor allem das Internet als Informationsquelle mir sehr geholfen hat eine vernünftige Weltsicht zu erlangen, aber heute muss ich feststellen, dass sich zwar Meinungen gebildet, verändert oder gefestigt haben, aber dass sich meine Grundeinstellung eigentlich seit 10 Jahren nicht wesentlich geändert zu haben scheint.

In guten und konstruktiven Gesprächen kommt es zuweilen vor, dass man an einen Punkt gelangt, wo man sich in der Sache zwar einig ist, es aber dennoch unterschiedliche Ansichten gibt. Dass man alle Argumente ausgetauscht, nachvollzogen und verstanden hat. Dass man genau weiß, was der andere sagen will. Dass man aber dennoch verschiedener Meinung ist. Ganz einfach auf Grund von grundauf verschiedenen Einstellungen. Einstellungen die man sich nur sehr schwer begründen kann, die man noch schwerer anderen erklären kann, und die einem oft trotz ihrer fundamentalen Wichtigkeit gar nicht so bewusst sind.

So kann man zum Beispiel über soziale Ausgleichssysteme ewig diskutieren. Man wird sich aber nie einigen können, wenn man nicht das grundlegende Verständnis darüber teilt, was man bereit ist jedem Menschen zuzugestehen. Per Gesetz haben auch HarzIV-Emprfänger in Deutschland das Recht auf einen Internetanschluss, aber Ausländer dürfen nicht einmal halbwegs uneingeschränkt nach Deutschland einwandern. Allein diese Tatsache wirft grundlegende, fundamentale Fragen auf, die man sich kaum stellt, und derer man sich kaum bewusst ist.

Und eben diese Fragen sind es, die ich mir früher viel häufiger gestellt habe und derer ich mir früher auch eher bewusst war. Meine Antworten darauf sind die selben, aber wenn die Fragen in Vergessenheit geraten, gerät leider auch das Fragen in Vergessenheit. Und in diesem Fall ist es das Fragen worauf es ankommt!

Die Welt ist komplexer als es uns lieb ist. Viele Aspekte bedingen einander, strahlen auf andere aus und werden von Faktoren beeinflusst, die man meist erst auf den zweiten Blick bemerkt.

Das macht die Beantwortung vieler Fragen sehr kompliziert. Das meiste erscheint undurchsichtig, und vieles ist es auch.

Dennoch gibt es in meinen Augen einige grundlegende Dinge, die nicht unbedingt leicht zu erkennen sind, aber zumindest leicht zu verstehen. Sowohl der klare Menschenverstand als auch die Mittel der Logik geben uns die Möglichkeit einfache Gedanken nachzuvollziehen und als wahr oder falsch zu beurteilen.

Hier sehe ich eine Möglichkeit, bei der wir ansetzen sollten, die Menschen wach zu rütteln.

Es ist vergleichsweise schwer ein in sich geschlossenes Konzept zu entwickeln, welches die Lösung all unserer Probleme offenbart – insbesondere wenn man die Verschiedenheiten der menschlichen Natur berücksichtigen will. Es ist jedoch an einigen Stellen ein Leichtes die Fehler des vorhandenen „Systems“ aufzuzeigen und zumindest Möglichkeiten anzubieten, wie man das Problem lösen kann. Wir müssen ja nicht „die“ Lösung für alle finden – das ist wohl auch nicht möglich – und wir können sicher auch nicht für uns beanspruchen für alle zu reden. Ich glaube es ist vollkommen ausreichend Lösungsvorschläge in den Raum zu stellen, deren Vor- und Nachteile zu nennen, und sich die Menschen selbst eine Meinung bilden zu lassen.

Demokratie heißt eben auch, dass wir als Gruppe nicht alles zu entscheiden brauchen!

Zwei Beispiele:

  1. Wir haben offensichtlich einen Punkt in unserer Entwicklung als Gesellschaft erreicht, an dem nicht mehr jeder zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen nötig ist. Es mangelt uns zwar nach der Meinung vieler Menschen an Arbeit, aber es mangelt nicht an materiellen oder immateriellen Dingen die es zu erarbeiten gilt. Dabei beziehen sich „Dinge“ vorrangig auf Produkte, die einen messbaren Wert darstellen. Sicherlich können wir mehr Lehrer, Sozialarbeiter und Altenpfleger gebrauchen, aber diese schaffen nicht oder kaum mehr (messbare) Werte, weshalb an dieser Stelle gerne gespart wird. Daher ist es auch völlig absurd mehr (Witschafts-)Wachstum zu fordern. Entweder wir produzieren mit weniger Menschen die gleiche zahl an Gütern, oder wir produzieren mehr Güter, welche dann aber auch verbraucht werden müssen. Auch das Erschließen neuer Märkte hilft da auf Dauer nicht weiter. Es macht ab einem gewissen Punkt einfach keinen Sinn die Produktion und Produktivität immer weiter zu steigern.

    So viel zu dem klaren Problem, welches man jedem recht einfach erläutern kann.

    Lösungsansätze gibt es verschiedene. Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist eine Möglichkeit. Es ist aber auch denkbar die Arbeitszeit so weit zu kürzen, dass jeder die Möglichkeit erhält, von dieser „produktiven“ Arbeit gut zu leben. Oder man erhebt z.B. auf Güter eine höhere Mehrwertsteuer, und finanziert damit sinnvolle Arbeiten im sozialen Bereich.

    Diese drei Lösungsbeispiele haben jeder seine Vor- und Nachteile. Und es muss in meinen Augen nicht unser Anspruch sein, die „beste“ Lösung zu präsentieren oder gar zu propagieren. Allein das Herausarbeiten und Gegenüberstellen der Alternativen (und natürlich des aktuellen Systems) kann ausreichend sein. Über etwas derart Grundsätzliches könnte man im Anschluss an eine Aufklärung eine Befragung oder Abstimmung setzen.

    Sicher ist eine Lösung des Problems auf diese Weise nicht realistisch, aber auch aus demokratischen Gesichtspunkten heraus in meinen Augen durchaus erstrebenswert.

  2. Ein zweites Problem, welches in meinen Augen grundlegend einfach und verständlich ist, befasst sich mit der Besitzverteilung. Auch wenn man Gewinne aus nicht selbstständiger Arbeit für gerechtfertigt hält, so bleibt doch die Frage, was mit diesen Gewinnen geschieht. Solange jemand das Geld, dass er verdient, auch wieder ausgibt, kommt das Geld wieder zurück ins „System“ und gibt anderen Menschen Arbeit. Was aber, wenn jemand dieses Geld nicht ausgibt, sondern anlegt, um noch mehr Geld aus nicht selbstständiger Arbeit zu erhalten? Ganz einfach, es wird immer mehr Geld. Und dieses Geld muss irgendwo nun einmal auch jemand verlieren, was zu einer ganz natürlichen Verschiebung der Geldverteilung führt.

    Auch hier ist das Problem denke ich im Kern sehr einfach, ohne dass man irgendwelche moralischen oder wirtschaftlichen Zusammenhänge berücksichtigen muss. Das Wasser strömt immer zum Meer, ob ich nun einen Staudamm baue, oder nicht.

    Auch hier kann man nun wieder überlegen, was man dagegen tun kann. Klar ist, das Wasser muss wieder auf den Berg, oder eben das Geld zu den Menschen, die dafür auch arbeiten. Ob man dies nun durch Steuern, durch Zwangsspenden oder den irgendwie gearteten „Zwang zum Geldausgeben“ löst, kann man diskutieren, aber das Problem steht im Raum und löst sich nicht von allein.

Hier mal noch ein, wie ich finde, schönes Zitat:

„Wissen beginnt demnach mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der Ent-täuschung, Wissen bedeutet, durch die Oberfläche zu den Wurzeln und damit zu den Ursachen vorzudringen, die Realität in ihrer Nacktheit zu „sehen“. Wissen bedeutet nicht, im Besitz von Wahrheit zu sein, sondern durch die Oberfläche zu dringen und kritisch und tätig nach immer größerer Annäherung an die Wahrheit zu streben „

Erich Fromm

Es wir vieles beklagt dieser Tage. Auch und gerade wenn es um unser Geldsystem geht!

Dabei wird auf den Banken rumgehackt, auf den oberen 1 %, oder auf der Politik, die diese unterstützt, oder zu wenig zur Kasse bittet.

Aber einige in meinen Augen ganz wesentlichen Dinge werden dabei nur sehr selten angerissen, weshalb ich dies hier einmal etwas grundlegender zu tun gedenke…

Es gibt durchaus gute Argumente, die für Zinsen sprechen: Zum einen die Tatsache, dass man eine Art Anreiz benötigt, sein Geld herzugeben. Mann könnte es ja auch einfach behalten. Zum anderen – und das finde ich wesentlich bedeutsamer – das Argument, dass es passieren kann, dass ein Kreditnehmer insolvent geht. Der Zins wird dabei dem Ausfallrisiko angepasst. Wenn eine Bank 100 Menschen je 10 Euro leiht, und vermutlich 10 Menschen davon ihr Geld nicht zurückzahlen können werden, so muss sie so viel Zinsen verlangen, dass sie insgesammt von den 90 übrigen Leuten doch zumindest so viel Geld zurückerhält, dass sie wieder auf 1000 Euro kommt. Andererseits gäbe es nicht nur keinen Anreiz Geld zu verleihen, sondern sogar die Gewissheit fürher oder später Geld zu verlieren.

Demgegenüber gibt es natürlich auch Argumente, die gegen etwas wie Zinsen sprechen. Das Grundlegende ist, dass Zinsen bedeuten, dass die einen Menschen für die anderen arbeiten. Denn wenn ich mir Geld leihe, um zum Beispiel ein Haus zu bauen, und dann über viele Jahre das Geld wieder zurückzahle, zahle ich mehr zurück, als ich bekommen habe – deutlich mehr! Und dafür muss ich eben arbeiten. Oder ich habe genug Geld, und lasse dieses Geld für mich arbeiten. Aber es ist nie das Geld das arbeitet, es sind immer andere Menschen!

Das Problem an der Sache ist, dass es mit diesem Für und Wider nicht getan ist. Es gibt noch einen anderen Mechanismus, der ganz wesentlich beeinflusst, wie sich ein Vermögen entwickelt. Nähmlich die Inflation. Denn die Inflation sorgt dafür, dass Geld an Wert verliert. Und da dies niemand will, legen wir unser Geld an, um die Inflation zumindest auszugleichen. Denn was nutzt mir Erspartes, wenn es einfach so an Wert verliert. Ich will ja im Alter noch von irgend etwas leben können.

Nun ist Inflation aber nichts Natürliches. Inflation entsteht, wenn sich das Verhältnis von Geldmenge zu Warenmenge so verschiebt, dass es anteilig mehr Geld als Waren gibt. Gibt es 10 Euro und 10 Fische, ist das Geld mehr wert, als wenn es 10 Euro und 20 Fische gibt. Das heißt Inflation entsteht, wenn die Warenmenge bei gleicher Geldmenge abnimmt, wenn die Geldmenge bei gleicher Warenmenge zunimmt, wenn die Warenmenge schneller abnimmt, als die Geldmenge, oder wenn die Geldmenge schneller zunimmt als die Warenmenge.

Auch wenn wir Waren verbrauchen, so kommt man nicht umhin festzustellen, dass die Warenmenge eher steigt, als fällt. Folglich muss die Geldmenge auch steigen – undzwar stärker als die Warenmenge – um Inflation zu verursachen. Wie die Geldmengenerhöhung genau von statten geht, möchte ich hier nicht näher beleuchten. Nur so viel sei verraten: Es sind eher die Zentralbanken, als die Goldgräber und Geldfälscher^^

Wenn wir also eine Inflation von etwa 2 % haben, verliert unser Geld in 35 Jahren die Hälfte seines Wertes. Das heißt, dass obwohl die Produktivität steigt, und somit der Arbeitsaufwand sinkt, auch meine heutige Arbeitsleisung in 35 Jahren nur noch die Hälfte wert ist. Wenn ich jetzt also 10 Jahre Arbeite, 2/3 des Geldes verbrauche, und 1/3 für die Rente anspare, dann kann ich weitere 30 Jahre später von dem 1/3 vermutlich nur noch 2,5 Jahre auf dem gleichen Niveau leben.

Da brauch ich kein Genie zu sein, um zu erkennen, dass da was nicht ganz richtig sein kann. Hier mal ein nettes Gegenbeispiel:

Angenommen wir haben eine konstante Geldmenge, jedoch ein Wirtschafts- und damit auch Wahrenwachstum von etwa 1%. Wenn ich jetzt 10 Jahre lang 1/3 meines Geldes bei Seite lege, kann ich davon 30 Jahre später schon über 7 Jahre auf gleichem Niveau leben.

Die Frage die sich stellt ist: Woraus resultiert dieser Unterschied, und wer profitiert davon? Die Ursache liegt im Wesentlichen bei der Geldmengenerhöhung (was ja in der Rechnung die Grundannahme ist). Nur was passiert mit dieser Geldmenge, wer erhält sie?

Einfach gesagt: Alle die Schulden haben, profitieren in gewissem Maße davon, denn ihre Schulden werden weniger Wert. Kaufe ich mir heut ein Haus auf Kredit, ist dieses (vom Verschleiß/Zerfall abgesehen) in 35 Jahren immernoch ein ganzes Haus. Von dem Geld könnte ich mir dann allerdings nur noch das halbe Haus kaufen. Das Problem daran ist nur der Zins, den ich auf den Kredit zahlen muss…

Daher landet das Geld da, wo es ohnehin schon genug gibt, beim Kreditgeber – zumeist den oberen 1%!

Freilich ist das System ein wenig komplexer, aber vielleicht sollte man sich auch einmal fragen, warum das so ist…

Mayer Amschel Rothschild, amerikanischer Bankier und Mitbegründer unseres heutigen Geldsystems sagte:
„Die Wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, dass aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird.
Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, dass das System ihren Interessen feindlich ist.“
Macht euch Gedanken! Diskutiert mit anderen!
Und überlegt euch, ob ihr andere für euer Geld arbeiten lassen wollt. Vielleicht gehört auch ihr dann bald zu den 1%.