Was heißt es eigentlich eine Exportnation zu sein? Und warum profitieren wir Deutschen von der Globalisierung am meisten?

Gestern hatte ich eine interessante Eingebung, diese Einsicht hatte ich zwar an sich schon länger, aber sie schien mir das erste mal in diesem Zusammenhang dermaßen bewusst zu werden.

Wir exportieren mehr als wir importieren, und wir exportieren sehr viel. Folglich hängt unsere Wirtschaft stark vom Export ab, und wir profitieren vom Wachstum anderer Industrien. Das schein auf den ersten Blick vollkommen klar und logisch, doch gibt es einen entscheidenden Denkfehler. Denn unsere Exportabhängigkeit hat wenig damit zu tun, dass wir mehr exportieren als importieren! Wir könnten genauso gut viel Exportieren und ebensoviel oder noch mehr importieren, und wären trotzdem vom Export abhängig!

Das Problem ist, dass eine positive Außenhandelsbilanz bedeutet, dass wir mehr Geld ins Land holen, als wir ins Ausland geben. Das ist nicht schlimm, könnte man meinen, aber ist dem tatsächlich so?

Wenn ein Staat mehr Waren gegen Geld ausführt, muss es im Gegenzug auch Länder geben, die mehr Waren gegen Geld einführen. Sprich wir führen Waren aus und erhalten Geld, andere Staaten geben uns Geld für unsere Waren. Da aber Waren bei uns erarbeitet werden und anderswo lediglich verbraucht werden, das Geld jedoch einfach nur den Besitzer wechselt, führt dies automatisch zu einem Ungleichgewicht.

Wenn wir nun Griechenland „Geld geben“, um unsere Exportmärkte und damit unsere Wirtschaft zu schützen, bedeutet dies eigentlich, dass wir den Griechen unsere Waren bezahlen. Sprich das Geld kommt zu uns zurück, und die Griechen können weiter unsere Waren verbrauchen! Da bin ich aber froh, dass wir alle so viel Arbeit haben, und es Menschen gibt, die unsere Produkte abnehmen. (Achtung Ironie!)

Sicherlich ist das Beispiel Griechenland stark vereinfacht, aber das ändert nichts an der zugrundeliegenden Problematik des andauernden Handelsüberschuss und den daraus resultierenden Problemen.

Das Problem ist vermutlich, dass der „Ottonormalbürger“ keinen bedeutenden Überschuss an Finanzen anhäuft, obwohl an sich ja die arbeitende Bevölkerung den Handelsüberschuss erarbeitet. Aber dadurch, dass wir auf Arbeit und Verbrauch Steuern zahlen, mit denen wir dann auch Griechenland unterstützen, rettet vorrangig die Unter- und vor allem die Mittelschicht Griechenland, und wirtschaftet damit unbewusst verstärkt den großen Finanzmächten in die Hände.

Das heißt nicht, dass die Reichen mit ihrem Geld für Griechenland aufkommen sollten, denn auch sie haben ihr Geld ja mehr oder weniger „erarbeitet“. Vielmehr sollte man von diesen wahnhaften Regulierungen und Ausgleichsmaßnahmen einmal absehen und der Welt ihren Lauf lassen! Vermutlich werden die Griechen, aber auch unsere Wirtschaft und damit auch wir erst einmal zurückstecken müssen. Aber die Welt wird davon nicht untergehen. Sie wir nur ein wenig Zeit brauchen sich neu zu organisieren. Fakt ist aber, das man auf Dauer nur verbrauchen kann, was man auch produziert.

Entweder müssen wir mir konsumieren, oder weniger produzieren. Anderenfalls wird es immer Ungleichgewichte geben müssen. (Was in einem freien Markt wohl in dem Maße nicht möglich ist.)

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