Archive for August, 2011


Da kommen einem ja schon fast Selbstmordgedanken wenn man sich anschaut, wie immer mehr Politiker eine europäische Wirtschaftsregierung fordern.

Und da wir Deutschen uns ohnehin lieber um unsere Arbeit als um unser Leben sorgen, sind wir wohl auch nicht besonders böse darüber, dass es abzusehen ist, dass die EU endlich einmal sagt, wo es lang zu gehen hat. Dann haben endlich alle eine sichere Arbeit, dass die EU dabei die Fäden in der Hand hat, ist ja nicht so schlimm, eher noch zu befürworten. Denn wer traut schon einem deutschem Politiker? Die sind doch alle Korrupt und vertreten ohnehin vorrangig ihre eigenen Interessen, wenn sie denn überhaupt einmal eine eigene Meinung vertreten.

Ich bin zwar etwas zu jung, um dies noch aktiv miterlebt zu haben, aber ich dächte die Geschichte hat gezeigt, dass eine zentrale Steuerung keine gute Lösung darstellt.

Naja, das ist vermutlich auch nur so eine bekloppte Verschwörungstheorie! Ich hab ja schließlich auch gehört, dass die Mauer nicht wirklich weg ist, dass man sie nur exportiert hat. Diese komischen Theoretiker sind sich nicht mal einig, ob die Mauer nun in Israel steht, oder um ganz Europa gebaut wurde. Eine Mauer im Mittelmeer, dass wäre vielleicht sinnlos…

Es wird endlich Zeit, dass die EU auch mal die Griechen zum Arbeiten bringt. Die EU wird es dann sicher auch schaffen, dass die rund 2000 € Außenhandelsüberschuss, die im Schnitt jeder Deutsche im Jahr erarbeitet (d.h. wir erwirtschaften und exportieren im Jahr 2000 € mehr , als wir verbrauchen und importieren), tatsächlich bei den Menschen ankommen. Und wenn wir dann alle im Geld schwimmen, können wir endlich weniger arbeiten und unser Geld am Mittelmeer verprassen.  Damit ist dann allen geholfen.

Und was an einer EU-Wirtscahftsregierung auch toll ist, ist dass alleine in dem Wort schon drinnen steckt, dass die Wirtschaft regiert. Die Wirtschaft weiß sowieso besser was sie braucht. Und da wir alle von ihr abhängen, ist es auch gut, dass man sich dazu einmal bekennt. Denn die Politik ist ja nicht wirklich für die Menschen da, nur auf die Wirtschaft kann man sich verlassen, sie ist für die Menschen da. Sie gibt uns schließlich Arbeit – nicht die Politik. Und da ich sowieso keinen Einfluss auf die Politik nehmen kann, ist es auch gut, wenn die EU, wo sowieso kein Politiker sitzt den man kennt, geschweige denn, dass man weiß wie viel die da rumgammeln, gleich von der Wirtschaft gelenkt wird. Dann geht es endlich bergauf. Und eine 5 % Hürde brauchen wir da auch nicht einführen, da kleine und mittelständische Unternehmen dort ohnehin nichts zu vermelden haben. Wäre ja auch blöd, wenn irgend jemand mit seiner eigenen Firma machen könnte, was er will.

Da zahle ich dann in Summe auch gerne mehr als die aktuellen rund 70 % Steuern!

Ich lebe schließlich um zu arbeiten – nicht umgekehrt…

Was heißt es eigentlich eine Exportnation zu sein? Und warum profitieren wir Deutschen von der Globalisierung am meisten?

Gestern hatte ich eine interessante Eingebung, diese Einsicht hatte ich zwar an sich schon länger, aber sie schien mir das erste mal in diesem Zusammenhang dermaßen bewusst zu werden.

Wir exportieren mehr als wir importieren, und wir exportieren sehr viel. Folglich hängt unsere Wirtschaft stark vom Export ab, und wir profitieren vom Wachstum anderer Industrien. Das schein auf den ersten Blick vollkommen klar und logisch, doch gibt es einen entscheidenden Denkfehler. Denn unsere Exportabhängigkeit hat wenig damit zu tun, dass wir mehr exportieren als importieren! Wir könnten genauso gut viel Exportieren und ebensoviel oder noch mehr importieren, und wären trotzdem vom Export abhängig!

Das Problem ist, dass eine positive Außenhandelsbilanz bedeutet, dass wir mehr Geld ins Land holen, als wir ins Ausland geben. Das ist nicht schlimm, könnte man meinen, aber ist dem tatsächlich so?

Wenn ein Staat mehr Waren gegen Geld ausführt, muss es im Gegenzug auch Länder geben, die mehr Waren gegen Geld einführen. Sprich wir führen Waren aus und erhalten Geld, andere Staaten geben uns Geld für unsere Waren. Da aber Waren bei uns erarbeitet werden und anderswo lediglich verbraucht werden, das Geld jedoch einfach nur den Besitzer wechselt, führt dies automatisch zu einem Ungleichgewicht.

Wenn wir nun Griechenland „Geld geben“, um unsere Exportmärkte und damit unsere Wirtschaft zu schützen, bedeutet dies eigentlich, dass wir den Griechen unsere Waren bezahlen. Sprich das Geld kommt zu uns zurück, und die Griechen können weiter unsere Waren verbrauchen! Da bin ich aber froh, dass wir alle so viel Arbeit haben, und es Menschen gibt, die unsere Produkte abnehmen. (Achtung Ironie!)

Sicherlich ist das Beispiel Griechenland stark vereinfacht, aber das ändert nichts an der zugrundeliegenden Problematik des andauernden Handelsüberschuss und den daraus resultierenden Problemen.

Das Problem ist vermutlich, dass der „Ottonormalbürger“ keinen bedeutenden Überschuss an Finanzen anhäuft, obwohl an sich ja die arbeitende Bevölkerung den Handelsüberschuss erarbeitet. Aber dadurch, dass wir auf Arbeit und Verbrauch Steuern zahlen, mit denen wir dann auch Griechenland unterstützen, rettet vorrangig die Unter- und vor allem die Mittelschicht Griechenland, und wirtschaftet damit unbewusst verstärkt den großen Finanzmächten in die Hände.

Das heißt nicht, dass die Reichen mit ihrem Geld für Griechenland aufkommen sollten, denn auch sie haben ihr Geld ja mehr oder weniger „erarbeitet“. Vielmehr sollte man von diesen wahnhaften Regulierungen und Ausgleichsmaßnahmen einmal absehen und der Welt ihren Lauf lassen! Vermutlich werden die Griechen, aber auch unsere Wirtschaft und damit auch wir erst einmal zurückstecken müssen. Aber die Welt wird davon nicht untergehen. Sie wir nur ein wenig Zeit brauchen sich neu zu organisieren. Fakt ist aber, das man auf Dauer nur verbrauchen kann, was man auch produziert.

Entweder müssen wir mir konsumieren, oder weniger produzieren. Anderenfalls wird es immer Ungleichgewichte geben müssen. (Was in einem freien Markt wohl in dem Maße nicht möglich ist.)