Heute hatte ich ein Interessantes Gespräch. Es ging anfangs um die Hungerhilfen für Somalia im Speziellen, aber vor allem für Afrika im Allgemeinen. Wir waren uns im Prinzip einig, dass Hilfe zur Selbsthilfe sinnvoll und notwendig ist, Lebensmittellieferungen aber nur in Ausnahmefällen die Lösung sein können. Frei nach dem Motto: „Gib einem Menschen einen Fisch, und du ernährst ihn für einen Tag. Bring ihm bei zu fischen, und du ernährst ihn ein Leben lang.“

Dies hat nun aber seine Grenzen an dem Punkt, an dem das Land nicht genug Nahrungsmittel hergibt, um den Menschen eine Selbstversorgung zu ermöglichen. Und wenn dann wie in Afrika noch Kriege dazukommen, die die landwirtschaftliche Produktion behindern, wird die Situation noch verschlechtert.

Man sollte aber einmal die Frage stellen, welchen Sinn es macht die Menschen eines Landes von Außen fremd zu versorgen, wenn diese nicht selbst dazu in der Lage sind! Denn dies ist nicht nur keine Lösung, es verschlechtert die Lage sogar noch. Nun möchte ich nicht, dass die Menschen in Afrika verhungern. Das wünsche ich keinem Menschen! Aber uns muss klar sein, dass wir Teile Afrikas nicht als „Reservat“ betrachten können, in das wir Lebensmittel liefern, und aus welchem wir Rohstoffe importieren. Die Menschen leiden darunter und neben uns profitieren lediglich ein paar „Aufseher“, von welchen wir die Ausbeutung überwachen lassen.

Es gibt unzählige Probleme in Afrika, die verhindern, dass dort in vielen Regionen von jetzt auf gleich stabile Verhältnisse, ob nun von innen oder Außen, herbeigeführt werden können, geschweige denn funktionierende Demokratien.

Zum einen liegt das an Konflikten zwischen Volksgruppen, verschiedenen inner- und außerstaatlichen Interessenkonflikten, ungleicher natürlicher Rohstoffverteilung, aber wohl auch an den Gewohnheiten der Menschen in diesen Regionen und den geschichtlich gewachsenen Verhältnissen.

Können wir das ändern, und demokratische Verhältnisse erzwingen? Sicherlich nicht!

Aber wir können Rahmenbedingungen schaffen, die den Menschen die Chance geben ihren Unterhalt selbst zu bestreiten. Und wenn das in ihrem Land nicht möglich ist, müsste man – wenn einem das Wohl dieser Menschen tatsächlich am Herzen liegt – ihnen auch gestatten ihr Land zu verlassen, und zum Beispiel hier in Europa zu arbeiten.

Wenn alle Menschen gleich sind, warum gestehen wir nicht allen Menschen das gleiche zu wie uns selber?

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