http://www.jungewelt.de/2011/07-13/021.php

„Mehr als 180000 Kleinbauern haben nach offiziellen Angaben, überschuldet durch die Anschaffungskosten von Saatgut und Düngemittel und hart getroffen durch Mißernten, in den letzten zehn Jahren Selbstmord verübt.“

Diese Zahl ist erschreckend. Erst recht wenn man bedenkt, dass die offiziellen Zahlen wohl untertreiben. In einem Land mit Wachstumszahlen der Wirtschaft bis zu 11 %…

Zuvällig habe ich erst vor ein paar Tagen eine Dokumentation über die Unternehmenspraxis von Monsanto (Titel kann ich leider nicht angeben) unter anderem in Indien gesehen. Und das gesehene und gesagte hat meine bis dahin eher kritische Haltung diesem Konzern gegenüber noch deutlich verschärft.

Nun wird in dem oben zitierten Artikel der „junge Welt“ der Schwarze Peter der Öffnung der Märkte vor allem im Agrarsektor zugeschoben, und sicherlich haben dadurch gefallene Preise einen bedeutenden Einfluss auf die Verarmung in der Landwirtschaft, aber die Gründe liegen vermutlich nicht darin allein. Wenn ein Bauer nicht mehr die Möglichkeit besitzt Saatgut und Düngemittel wie „früher“ zu kaufen, und es nur noch einen Monopolisten gibt, der zu allem Überfluss nur gentechnisch veränderte Saat anbietet, den Bauern das Blaue vom Himmel verspricht, und horrende Summen verlangt, die nur über Kredite beschafft werden können, dann muss in meinen Augen auf diesem „Mark“ etwas nicht stimmen. Ob Monsato nun Nutznießer oder Verursacher einer verfehlten Politik ist, kann ich nicht sagen, aber einen freier Markt kann es in Indien scheinbar nicht geben.

Darüber hinaus kann ich den oben zitierten Artikel außerdem empfehlen, um sich mal ein Bild von den Besitz- und Armutsverhältnissen in Indien zu machen.

Man muss und soll nicht alles glauben, aber man sollte zumindest einmal darüber nachdenken!

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