Tharaostra kannte die Welt und die Menschen und er hatte viel gehört von Menschen die gleich ihm die Welt und die Menschen in ihr heilen wollten. So begab er sich denn zu ihnen um mit ihnen die Welt zu heilen.

 

„Wir geben der Welt und der Natur ihr Gesicht zurück und wir machen, dass die Welt so werde wie sie war, bevor die Menschen sie verunstalteten! Der Mensch hat nicht das Recht der Welt zu schaden und er allein ist schuld, dass die Welt sich verändert, und sie verändert sich nicht zum Guten!

Der Mensch ist der Welt eine Krankheit und es wird eine Zeit kommen, in die Welt Rache nimmt an den Menschen, da diese sie und ihre Natur zu sehr geschunden haben. Dies müssen wir verhindern, indem wir die Menschen aufklären und sie einen um dem entgegenzuwirken. Wir müssen die Menschen kontrollieren und sie in ihrem Handeln beschränken, auf dass wir die Menschen und die Welt heilen mögen. Lasse dich heilen von uns, und heile die Welt mit uns.“

 

So sprachen sie also zu Tharaostra und er dachte nach über das was er hörte und es schauderte ihn. Und er entgegnete diesen Menschen, welche die Welt mit ihm heilen wollten:

 

„Was redet ihr da von Welt und Menschen? Es klingt in meinen Ohren, als seien Welt und Menschen für euch verschiedene Dinge und die Menschen nicht Teil der Welt.

Ihr wollt die Menschen ausmerzen und versklaven und nicht heilen. Ihr glaubt die Menschen seien an allem Unheil schuld und ihr beschwört Unheil herauf, dass es nicht gibt oder schon immer gab, gleich einer Sekte, die den Menschen Lügen ins Ohr setzt um sie zu kontrollieren und zu versklaven, um ihnen ihren Willen zu nehmen und sie zugleich glauben zu lassen es wäre richtig und notwendig. Die Welt wandelt sich seit jeher, warum sollte der Mensch daran nicht einen natürlichen Anteil haben?

Ihr bringt euren Glauben gleich einem Gift und einer Droge unter das Volk und ihr vergiftet es, bis es nur noch dahinsiecht wie eine Krankheit. Ihr wollt die Menschen nicht heilen! Ihr wollt sie lähmen, auf dass ihr mit ihnen machen könnt was euch beliebt.“

 

„Was spricht Tharaostra doch für Lügen. Erkennt er denn nicht, dass es mit der Welt zu ende geht? Die Welt ist nicht gemacht für solche Menschen wie ihn. Menschen wie Tharaostra sind es, die Schuld haben an dem Leid das die Menschen erdulden müssen. Und er will es nicht wahr haben. Jeder der die Welt nicht mit uns heilen will ist ein Feind der freien Welt, ebenso wie Tharaostra es ist.“

 

„Was redet ihr von einer Krankheit der Welt, und warum? Nur weil sich die Welt verändert ist sie noch lange nicht krank. Die Welt verändert sich seit jeher, und nur weil sie sich verändert lebt sie. Ihr wollt Sicherheit und Kontrolle, aber Kontrolle ist wider der Natur der Welt und wider der Natur des Lebens.

Es ist der Mensch, der krank ist – nicht die Natur!

Ihn müssen wir heilen. Die Welt werden wir nicht zerstören. Wir werden uns zerstören, wenn wir nicht von dieser Krankheit loskommen. Diese Krankheit die Kontrolle heißt, diese Krankheit die sich Logik und Verstand heißt, aber doch viel zu beschränkt ist, diese Krankheit die Unabhängigkeit heißt. Wir wollen von der Natur unabhängig werden und möglichst auch noch von uns, aber das ist nicht möglich. Es liegt in der Natur der Dinge voneinander abzuhängen. Das Leben ist Abhängigkeit!“

 

„Oh nein Tharaostra. Alle wollen von Natur aus Unabhängigkeit. Abhängigkeit ist Sklaverei, doch durch Kontrolle bewahren und schaffen wir Freiheit. Einst werden alle Menschen in sicherer Freiheit leben.“

 

Als Tharaostra diese Worte vernommen hatte, war er sich vollendens sicher, dass diese Menschen nicht wie er waren. Er wandte sich ab von ihnen und sprach zu seinem Herzen:

 

„Warum glauben die Menschen heute wie damals alles was man ihnen auftischt? Erkennen sie nicht, dass sie nur Marionetten sind und falschen Wahrheiten Glauben schenken? Ihr Glaube ist so stark wie ihr Blick auf die Welt beschränkt ist. Sie kennen nur Schwarz oder Weiß, aber das ist nicht die Welt. Die Welt ist selten Schwarz oder weiß. Meist ist sie beides, ist grau und verschleiert. Ich muss mir Menschen suchen, die die Welt verstehen wollen. Denn es ist besser die ganze Welt zu betrachten und wenig zu verstehen, als nur einen kleinen Teil zu verstehen und diesen wohl möglich falsch zu interpretieren und wahnhaft daran festzuhalten.“

 

So dachte er bei sich und ging in den Abend hinein. Und seine Gedanken waren getrübt und sein Inneres aufgewühlt ob der Vorwürfe die man gegen ihn vorgebracht hatte. War er wirklich schuld an dem was der Erde widerfuhr? Und widerfuhr der Erde wirklich etwas grundauf unnatürlich Schlechtes?

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