Mit 19 Jahren verließ Tharaostra seine Heimat und begann zu studieren. Mit 24 Jahren beendete er sein Studium und ward rastlos und unentschlossen. Er zog sich in seine Heimat zurück und lebte dort 10 Jahre und er hörte viel von der Welt und interessierte sich sehr für die weltlichen Dinge, die er einmal verstand und für gut befand, und ein anderes mal ablehnte auf Grund ihrer unmenschlichen Art.

Eines Nachts konnte er nicht schlafen und lag lange wach und dachte nach, über sein Leben und die vielen Menschen um ihn herum. Als der Mond schon zu sinken begann, stand er auf und ging hinaus in seinen Garten und sprach also in den Nachthimmel:

 

„Oh ihr Sterne am Himmel, wie einfach ist euer Dasein. Ach du Mond, wie ruhig bist du doch. Nie sieht man dich zweifelnd. Immer sieht man dich gelassen über den Himmel schreiten und Acht geben auf alles was dich umgibt. Deine Welt ist einfach, aber sag mir: Verstehst du meine Welt?

Meine Welt ist unverständlich, verschachtelt und wirr. Man kann sie von Weitem nur schwerlich erkennen, und von Nahen ist sie teils wunderbar und teils grausam zugleich. Und das was sie so macht ist nicht etwa ihre Größe, oder ihre Komplexität, es ist ganz einfach der Mensch, der sie so unbegreiflich unmenschlich macht. Der Mensch allein und niemand sonst ist schuld an dem Aussehen der Welt, und ebenso an ihrer Wahrnehmung.

Dies muss der Mensch begreifen! Er Muss begreifen, dass er die Welt in seinen ureigenen Händen hält, dass er es ist der mit ihr spielt, der sie würgt, und dass er es ist der sie gedeihen lassen kann.

Ich möchte ausziehen gleich dir großem Gestirn und unter den Menschen wandeln und Ruhe und Verständnis unter ihnen verbreiten, auf das die Welt und die Menschen in ihr einst ebenso einhellig, glückselig und friedlich sind wie all die Sterne am Himmelszelt.

Ich möchte der Welt helfen sich zu heilen von der Krankheit die die Menschen in sie hinein getragen haben.

Ich möchte der Welt helfen die Menschen zu heilen.

Ich möchte, dass die Menschen aufwachen und erkennen was ich erkannt habe.

Ich möchte die Menschen aus ihrem Tiefschlaf reißen und sie befreien aus ihren eigenen Klauen.“

 

Als Tharaostra dies gesprochen hatte, fühlte er sich das erste mal seit langem frei zu tun was er wolle, voller Tatendrang und selig zufrieden mit dem Entschluss, der so lange in ihm gereift war, bis er nun endlich zu süßem Wein ward und seinen Geist erquickte.

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