Archive for Juli, 2011


Noch ist zwar nichts beschlossen, aber wer sich den Vertragsentwurf  zur Einrichtung des ESM einmal durchliest, kann eigentlich nur verzweifeln. Hier mal nur ein paar schöne Zitate, aber der ganze Entwurf ist mit 30 Seiten durchaus erlesenswert, zumal gut verständlich.

Den ESM Gesetzentwurf kann ich jedem nur empfehlen!

„Zweck des ESM ist es, Finanzmittel zu mobilisieren und den ESM-Mitgliedern, die
schwerwiegende Finanzierungsprobleme haben oder denen solche Probleme drohen, unter
strikten wirtschaftspolitischen Auflagen eine Finanzhilfe bereitzustellen, wenn dies
unabdingbar ist, um die Stabilität des Euro-Währungsgebiets insgesamt zu wahren.“

Sprich, wer pleite ist, bekommt Geld gegen Auflagen. Der ESM kann also Wirtschaft und Politik beeinflussen, wenn das betreffende Land nicht die Zahlungunfähigkeit erklären will.

Macht auf mich einen eher Diktatorischen Eindruck. Ok, nennen wir es Expertenkommission (auf russisch übrigens Sowjet).

Der ESM, sein Eigentum, seine Finanzmittel und Vermögenswerte genießen unabhängig
von ihrem Standort und Besitzer umfassende gerichtliche Immunität, jedoch nicht, soweit der
ESM für die Zwecke eines Verfahrens oder aufgrund der Bedingungen eines Vertrags,
einschließlich der Unterlagen der Gründungsurkunden, ausdrücklich auf seine Immunität
verzichtet.

Das Eigentum, die Finanzmittel und Vermögenswerte des ESM sind unabhängig davon, wo
und in wessen Besitz sie sich befinden, von Zugriff durch Durchsuchung, Beschlagnahme,
Einziehung, Enteignung und jede andere Form der Inbesitznahme, Wegnahme oder
Zwangsvollstreckung durch Regierungshandeln oder auf dem Gerichts-, Verwaltungs- oder
Gesetzesweg befreit.

Soweit es die Ausführung der in diesem Vertrag vorgesehenen Tätigkeiten erfordert, sind
das gesamte Eigentum sowie alle Finanzmittel und Vermögenswerte des ESM von
Beschränkungen, Verwaltungsvorschriften, Kontrollen und Moratorien jeder Art befreit.
Der ESM ist von allen Verpflichtungen nach dem Recht der einzelnen ESM-Mitglieder zur
Genehmigung oder Zulassung als Kreditinstitut, Anlagedienstleister oder sonstige
genehmigte, zugelassene oder bestimmten Regelungen unterliegende Einrichtung befreit.

Die Gouverneursratsmitglieder, stellvertretenden Gouverneursratsmitglieder, Direktoren,
stellvertretenden Direktoren, der Geschäftsführende Direktor und das Personal genießen
Immunität von der Gerichtsbarkeit hinsichtlich der in ihrer amtlichen Eigenschaft
vorgenommenen Handlungen und Unverletzlichkeit in Bezug auf ihre amtlichen
Schriftstücke, jedoch nicht, wenn und soweit der Gouverneursrat diese Immunität
ausdrücklich aufhebt.

Das Personal des ESM unterliegt für die vom ESM gezahlten Gehälter und Bezüge nach
Maßgabe der vom Gouverneursrat zu beschließenden Regeln einer internen Steuer zugunsten
des ESM. Ab dem Tag der Erhebung dieser Steuer sind diese Gehälter und Bezüge von der
staatlichen Einkommensteuer befreit.

Was um alles in der Welt planen Menschen, die einen solchen Vertrag ausarbeiten?

Wenn das keine komplette Planwirtschaft ist, dann weiß ich auch nicht.

Nicht mehr lange, und die ersten werden sich wohl in die „gute, alte Deutsche Demokratische Republik“ zurücksehnen!

 

 

 

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Heute hatte ich ein Interessantes Gespräch. Es ging anfangs um die Hungerhilfen für Somalia im Speziellen, aber vor allem für Afrika im Allgemeinen. Wir waren uns im Prinzip einig, dass Hilfe zur Selbsthilfe sinnvoll und notwendig ist, Lebensmittellieferungen aber nur in Ausnahmefällen die Lösung sein können. Frei nach dem Motto: „Gib einem Menschen einen Fisch, und du ernährst ihn für einen Tag. Bring ihm bei zu fischen, und du ernährst ihn ein Leben lang.“

Dies hat nun aber seine Grenzen an dem Punkt, an dem das Land nicht genug Nahrungsmittel hergibt, um den Menschen eine Selbstversorgung zu ermöglichen. Und wenn dann wie in Afrika noch Kriege dazukommen, die die landwirtschaftliche Produktion behindern, wird die Situation noch verschlechtert.

Man sollte aber einmal die Frage stellen, welchen Sinn es macht die Menschen eines Landes von Außen fremd zu versorgen, wenn diese nicht selbst dazu in der Lage sind! Denn dies ist nicht nur keine Lösung, es verschlechtert die Lage sogar noch. Nun möchte ich nicht, dass die Menschen in Afrika verhungern. Das wünsche ich keinem Menschen! Aber uns muss klar sein, dass wir Teile Afrikas nicht als „Reservat“ betrachten können, in das wir Lebensmittel liefern, und aus welchem wir Rohstoffe importieren. Die Menschen leiden darunter und neben uns profitieren lediglich ein paar „Aufseher“, von welchen wir die Ausbeutung überwachen lassen.

Es gibt unzählige Probleme in Afrika, die verhindern, dass dort in vielen Regionen von jetzt auf gleich stabile Verhältnisse, ob nun von innen oder Außen, herbeigeführt werden können, geschweige denn funktionierende Demokratien.

Zum einen liegt das an Konflikten zwischen Volksgruppen, verschiedenen inner- und außerstaatlichen Interessenkonflikten, ungleicher natürlicher Rohstoffverteilung, aber wohl auch an den Gewohnheiten der Menschen in diesen Regionen und den geschichtlich gewachsenen Verhältnissen.

Können wir das ändern, und demokratische Verhältnisse erzwingen? Sicherlich nicht!

Aber wir können Rahmenbedingungen schaffen, die den Menschen die Chance geben ihren Unterhalt selbst zu bestreiten. Und wenn das in ihrem Land nicht möglich ist, müsste man – wenn einem das Wohl dieser Menschen tatsächlich am Herzen liegt – ihnen auch gestatten ihr Land zu verlassen, und zum Beispiel hier in Europa zu arbeiten.

Wenn alle Menschen gleich sind, warum gestehen wir nicht allen Menschen das gleiche zu wie uns selber?

Es gibt Dinge die sind komplex und unübersichtlich, und es soll auch Dinge geben, die sind überschaubar. Aber was ist, wenn wir unsere Wirtschaft, unsere Finanzen und unsere Selbstverwirklichung unter einen Hut bringen wollen, und die Zusammenhänge verstehen wollen?

Wenn ich mich betrachte, ist das ganze noch recht überschaubar, und auch wenn ich meine Freunde und Familie mit einbeziehe, mag es noch übersichtlich sein. Aber spätestens wenn ich meine gesammte Gemeinde einbeziehe, wird die Sache kompliziert. Wenn dann noch ein ganzes Land oder gar die ganze Welt betrachtet werden soll, wird es schnell unübersichtlich und verschiedene Aspekte werden vereinfacht, vernachlässigt oder ignoriert. Das kann wohl niemand bestreiten!

Aber welche Konsequenzen hat dies für die Bewertung unserer Umwelt und unserer Taten?

Ein Mensch hat ganz einfach nicht die Zeit, sich eine umfassende und korrekte Meinung zu bilden! Und daher ist er zu einem Großen Teil darauf angewiesen, dass andere ihn, wenn sie auch eine andere Meinung vertreten, nicht belügen. Dies war schon vor tausenden von Jahren so, und daher nimmt der Mensch anfangs immer an, dass Gehörtes oder Gesehenes wahr ist. Im Laufe der Evolution hat sich dies bewehrt, aber im Laufe der Zeit wurde es jedoch zu einem Problem.

Jemand der keine, oder nur eine sehr vage Meinung zu einem Thema hat, und dann 5 mal die gleiche Meinung gesagt bekommt (zu verschiedenen Zeiten oder von verschiedenen Personen), wird diese ihm zugetragene Meinung glauben, auch wenn sie nicht oder kaum mit Fakten unterlegt ist. Und da wir unsüber viele wichtige Themen immer weniger mit unseren Mitmenschen austauschen, wird unsere Meinung zwangsläufig von den Medien beeinflusst, welche uns die meisten Fakten und Meinungen präsentieren. Und ob wir es wollen oder nicht, wir nehmen alles an und auf, worüber wir uns keine wirklichen Gedanken machen, und dann erwischen wir uns vielleicht einmal in einer Diskusion, dass uns jemand mit nur einem einzigen Argument von einer Anderen Meinung überzeugt.

Und je weniger wir uns mit anderen unterhalten, je weniger wir für die Meinung anderer zugänglich sind, je weniger wir über unsere eigene Meinung nachdenken, um so mehr werden wir von dejenigen manipuliert, die ein Interesse daran haben, dass ihre Meinung gehört und vertreten wird. Denn dazu sind die Medien ebenso wie Lobbyisten da – um Informationen und Meinungen zu verbreiten. Und jeder hat wohl schon einmal bemerkt, dass er von den Medien falsch informiert wurde. Und auch wenn einseitig berichtet wird, kommt das einer Meinungsäußerung und Stellungnahme dar, da uns dadurch eben die Möglichkeit zum Abwägen zwischen Meinungen genommen wird.

Wir sollten uns immer bewusst sein, welche unserer Meinungen wir tatsächlich geprüft und für wahr befunden haben, und welche uns nur „eingeimpft“ wurden!

Die Welt ist nun einmal zu groß, um sich eine vernünftige Meinung von ihr zu bilden. Nur müssen wir uns dessen auch bewusst sein, und an jeder Ebene einmal krazen, um uns zumindest eine Ahnung von den Zusammenspielen in der Welt zu verschaffen.

In der folgenden Nacht kam Tharaostra kaum zur Ruhe. Bei Sonnenaufgang jedoch trat er ins Freie und sog die Sonnenstrahlen in sich auf. Und gleich dem Wasser, das die Säure von der Haut wäscht, spülte die Sonne alle Bedenken hinfort und machte Tharaostras Geist frei und rein.

So ging er denn wieder in die Welt um Menschen zu begegnen die ihm zuhören würden und die mit ihm die Welt zu heilen in der Lage waren. Und so traf er denn wieder auf Menschen die ihm aufrichtig und gut für die Welt erschienen.

 

„Höre uns an Tharaostra, du bist ein weiser Mensch und wirst die Wahrheit in unseren Worten erkennen.

Die Welt ist zu groß, als das sie ein Mensch verstehen könnte. Selbst einzelne Teile der Welt sind für einen Menschen zu komplex um sie alleine zu verstehen.

Daher haben wir uns gefunden um die Entscheidungen für sie zu treffen. Wir machen uns Gedanken und fassen unser Wissen zusammen um es den Menschen zu präsentieren und ihnen die Möglichkeiten zu offenbaren, auf das sie wählen mögen und uns sagen, was sie wollen. Und daraufhin unternehmen wir alles in unserer Macht stehende um ihren Willen umzusetzen, auf das es den Menschen gut ergehe und wir ihre Sorgen auf uns nehmen.“

 

„Aber sollten nicht die Menschen nachvollziehen können, woher ihr euer Wissen habt, und wie ihr es auswertet und zusammenfasst? Sollte der Mensch nicht verstehen können, was ihr macht und wie ihr es macht? Wie können die Menschen wissen was das Beste für sie ist, wenn sie nicht verstehen, wie die Welt funktioniert? Könnt ihr nicht ab dem Moment, wo der Mensch nicht mehr versteht wie die Dinge sich zueinander verhalten, sagen was ihr wollt?“

 

„Wir sind doch auch Menschen! Wir handeln doch schon deshalb in ihrem Interesse, weil wir in unserem Interesse handeln. Niemand schneidet sich ins eigene Fleisch!“

 

„Das ist wahr. Aber ihr seit nicht alle Menschen, und ihr seit nicht jeder Mensch! Nur wenige sind in der Lage die Welt oder ihre komplexen Teile zu verstehen. Es darf zwar jeder bei euch mitwirken, aber nicht jeder vermag dies auch zu tun. Die meisten Menschen müssen arbeiten und haben kaum die Zeit sich ausreichend mit dem zu beschäftigen was ihr ihnen an Informationen vorwerft, geschweige denn sich mit den großen Zusammenhängen zu beschäftigen. Wer auf einem Gebiet wirklich alles Verstehen will, der kann auf keinem anderen arbeiten. Ebenso wie ein guter Tischlermeister nicht nebenbei ein vernünftiger Wirtschaftsberater sein kann. Ihr seit wie eine eigene Gesellschaft, und nichts hindert euch daran wie Wölfe über die Schafe herzufallen.“

 

„Selbst wenn wir Wölfe unter Schafen wären. Auch ein Wolf kann nicht alle Schafe reißen, da er dann nichts mehr zu fressen hätte. Also ist das Wohl der Schafe als Ganzes doch auch an sein Wohl geknüpft. Nur wenn sich die Zahl der Schafe erhöht, können davon mehr Wölfe leben. Und so müssen auch wir das Wohl der Menschen mehren um unser Wohl zu mehren, egal ob wir wie die anderen Menschen sind oder eben neben ihnen stehen.“

 

„Das ist wiederum wahr, aber auch hier muss ich widersprechen. Euer Wohl und das unsere ist zwar miteinander verbunden, aber im Moment sind wir wie Millionen satter Schafe unter wenigen Wölfen. Und die Wölfe können unter uns wüten, wenn sie es nur wollen, ohne dass sie Gefahr laufen sich dauerhaft zu schaden. Ihr habt die Macht uns zu versklaven ohne das wir es bemerken.

Dazu kommt, dass es nicht nur schwarze Wölfe und schneeweiße Schafe gibt. Es gibt auch schwarze Schafe oder weiße Wölfe. Und einige von ihnen haben so viel Macht angesammelt, dass sie euch wie Marionetten dirigieren können, dass sie euer Wissen für euch sichtbar oder unsichtbar beeinflussen, und dass sie letztendlich die vielen Menschen versklaven können in dem sie euch Wenige besser stellen und über euch uns beherrschen.“

 

„Aber wir haben keine andere Wahl. Schafe brauchen einen Hirten der sie leitet. Ob dieser Hirte nun ein Schaf ist, oder nicht!“

 

„Ist dies wirklich so? Brauchen Schafe einen Hirten, oder brauchen Hirten die Schafe?

Wenn es keine natürlichen Feinde für die Schafe gibt, bedarf es nicht einmal mehr Hirtenhunden. Der Einzige Grund warum Schafe einen Hirten brauchen ist der, dass man sie dazu erzogen hat. Nur Zwang und Indoktrinierung lassen die Schafe einen Hirten haben, nichts sonst.

Aber die Menschen sind keine Schafe! Viele unter ihnen haben Verstand und Gewissen. Und ihr, die ihr zu den schwarzen oder weißen Wölfen zu gehören scheint, werdet es nie schaffen alle Menschen zu kontrollieren, zu manipulieren und zu versklaven. Und solltet ihr es doch einmal fertig bringen alle Menschen bereitwillig unter euer Joch zu bringen, dann hätten die Menschen es verdient unterjocht zu werden. Doch bedenkt: Gewaltsam wird sich nie dauerhaft eine Gruppe über eine viel größere Gruppe hinwegsetzen können!“

 

Als Tharaostra dies gesprochen hatte, entgegnete ihm keiner etwas, denn in ihrem Inneren wussten sie, dass er Recht hatte. Doch kaum einer unter ihnen erkannten wirklich, dass sie nicht im Sinne der Menschen handelten, wenn sie dies auch zum Teil wollten.

Und Tharaostra verließ auch diese Menschen mit trüben Gedanken und einem aufgewühlten Inneren. Und es quälte ihn die Frage, wie Schafe zu Wölfen werden können, und ob sie wirklich ohne Schäfer auskommen und sich entwickeln können.

http://www.jungewelt.de/2011/07-13/021.php

„Mehr als 180000 Kleinbauern haben nach offiziellen Angaben, überschuldet durch die Anschaffungskosten von Saatgut und Düngemittel und hart getroffen durch Mißernten, in den letzten zehn Jahren Selbstmord verübt.“

Diese Zahl ist erschreckend. Erst recht wenn man bedenkt, dass die offiziellen Zahlen wohl untertreiben. In einem Land mit Wachstumszahlen der Wirtschaft bis zu 11 %…

Zuvällig habe ich erst vor ein paar Tagen eine Dokumentation über die Unternehmenspraxis von Monsanto (Titel kann ich leider nicht angeben) unter anderem in Indien gesehen. Und das gesehene und gesagte hat meine bis dahin eher kritische Haltung diesem Konzern gegenüber noch deutlich verschärft.

Nun wird in dem oben zitierten Artikel der „junge Welt“ der Schwarze Peter der Öffnung der Märkte vor allem im Agrarsektor zugeschoben, und sicherlich haben dadurch gefallene Preise einen bedeutenden Einfluss auf die Verarmung in der Landwirtschaft, aber die Gründe liegen vermutlich nicht darin allein. Wenn ein Bauer nicht mehr die Möglichkeit besitzt Saatgut und Düngemittel wie „früher“ zu kaufen, und es nur noch einen Monopolisten gibt, der zu allem Überfluss nur gentechnisch veränderte Saat anbietet, den Bauern das Blaue vom Himmel verspricht, und horrende Summen verlangt, die nur über Kredite beschafft werden können, dann muss in meinen Augen auf diesem „Mark“ etwas nicht stimmen. Ob Monsato nun Nutznießer oder Verursacher einer verfehlten Politik ist, kann ich nicht sagen, aber einen freier Markt kann es in Indien scheinbar nicht geben.

Darüber hinaus kann ich den oben zitierten Artikel außerdem empfehlen, um sich mal ein Bild von den Besitz- und Armutsverhältnissen in Indien zu machen.

Man muss und soll nicht alles glauben, aber man sollte zumindest einmal darüber nachdenken!

Tharaostra kannte die Welt und die Menschen und er hatte viel gehört von Menschen die gleich ihm die Welt und die Menschen in ihr heilen wollten. So begab er sich denn zu ihnen um mit ihnen die Welt zu heilen.

 

„Wir geben der Welt und der Natur ihr Gesicht zurück und wir machen, dass die Welt so werde wie sie war, bevor die Menschen sie verunstalteten! Der Mensch hat nicht das Recht der Welt zu schaden und er allein ist schuld, dass die Welt sich verändert, und sie verändert sich nicht zum Guten!

Der Mensch ist der Welt eine Krankheit und es wird eine Zeit kommen, in die Welt Rache nimmt an den Menschen, da diese sie und ihre Natur zu sehr geschunden haben. Dies müssen wir verhindern, indem wir die Menschen aufklären und sie einen um dem entgegenzuwirken. Wir müssen die Menschen kontrollieren und sie in ihrem Handeln beschränken, auf dass wir die Menschen und die Welt heilen mögen. Lasse dich heilen von uns, und heile die Welt mit uns.“

 

So sprachen sie also zu Tharaostra und er dachte nach über das was er hörte und es schauderte ihn. Und er entgegnete diesen Menschen, welche die Welt mit ihm heilen wollten:

 

„Was redet ihr da von Welt und Menschen? Es klingt in meinen Ohren, als seien Welt und Menschen für euch verschiedene Dinge und die Menschen nicht Teil der Welt.

Ihr wollt die Menschen ausmerzen und versklaven und nicht heilen. Ihr glaubt die Menschen seien an allem Unheil schuld und ihr beschwört Unheil herauf, dass es nicht gibt oder schon immer gab, gleich einer Sekte, die den Menschen Lügen ins Ohr setzt um sie zu kontrollieren und zu versklaven, um ihnen ihren Willen zu nehmen und sie zugleich glauben zu lassen es wäre richtig und notwendig. Die Welt wandelt sich seit jeher, warum sollte der Mensch daran nicht einen natürlichen Anteil haben?

Ihr bringt euren Glauben gleich einem Gift und einer Droge unter das Volk und ihr vergiftet es, bis es nur noch dahinsiecht wie eine Krankheit. Ihr wollt die Menschen nicht heilen! Ihr wollt sie lähmen, auf dass ihr mit ihnen machen könnt was euch beliebt.“

 

„Was spricht Tharaostra doch für Lügen. Erkennt er denn nicht, dass es mit der Welt zu ende geht? Die Welt ist nicht gemacht für solche Menschen wie ihn. Menschen wie Tharaostra sind es, die Schuld haben an dem Leid das die Menschen erdulden müssen. Und er will es nicht wahr haben. Jeder der die Welt nicht mit uns heilen will ist ein Feind der freien Welt, ebenso wie Tharaostra es ist.“

 

„Was redet ihr von einer Krankheit der Welt, und warum? Nur weil sich die Welt verändert ist sie noch lange nicht krank. Die Welt verändert sich seit jeher, und nur weil sie sich verändert lebt sie. Ihr wollt Sicherheit und Kontrolle, aber Kontrolle ist wider der Natur der Welt und wider der Natur des Lebens.

Es ist der Mensch, der krank ist – nicht die Natur!

Ihn müssen wir heilen. Die Welt werden wir nicht zerstören. Wir werden uns zerstören, wenn wir nicht von dieser Krankheit loskommen. Diese Krankheit die Kontrolle heißt, diese Krankheit die sich Logik und Verstand heißt, aber doch viel zu beschränkt ist, diese Krankheit die Unabhängigkeit heißt. Wir wollen von der Natur unabhängig werden und möglichst auch noch von uns, aber das ist nicht möglich. Es liegt in der Natur der Dinge voneinander abzuhängen. Das Leben ist Abhängigkeit!“

 

„Oh nein Tharaostra. Alle wollen von Natur aus Unabhängigkeit. Abhängigkeit ist Sklaverei, doch durch Kontrolle bewahren und schaffen wir Freiheit. Einst werden alle Menschen in sicherer Freiheit leben.“

 

Als Tharaostra diese Worte vernommen hatte, war er sich vollendens sicher, dass diese Menschen nicht wie er waren. Er wandte sich ab von ihnen und sprach zu seinem Herzen:

 

„Warum glauben die Menschen heute wie damals alles was man ihnen auftischt? Erkennen sie nicht, dass sie nur Marionetten sind und falschen Wahrheiten Glauben schenken? Ihr Glaube ist so stark wie ihr Blick auf die Welt beschränkt ist. Sie kennen nur Schwarz oder Weiß, aber das ist nicht die Welt. Die Welt ist selten Schwarz oder weiß. Meist ist sie beides, ist grau und verschleiert. Ich muss mir Menschen suchen, die die Welt verstehen wollen. Denn es ist besser die ganze Welt zu betrachten und wenig zu verstehen, als nur einen kleinen Teil zu verstehen und diesen wohl möglich falsch zu interpretieren und wahnhaft daran festzuhalten.“

 

So dachte er bei sich und ging in den Abend hinein. Und seine Gedanken waren getrübt und sein Inneres aufgewühlt ob der Vorwürfe die man gegen ihn vorgebracht hatte. War er wirklich schuld an dem was der Erde widerfuhr? Und widerfuhr der Erde wirklich etwas grundauf unnatürlich Schlechtes?

Mit 19 Jahren verließ Tharaostra seine Heimat und begann zu studieren. Mit 24 Jahren beendete er sein Studium und ward rastlos und unentschlossen. Er zog sich in seine Heimat zurück und lebte dort 10 Jahre und er hörte viel von der Welt und interessierte sich sehr für die weltlichen Dinge, die er einmal verstand und für gut befand, und ein anderes mal ablehnte auf Grund ihrer unmenschlichen Art.

Eines Nachts konnte er nicht schlafen und lag lange wach und dachte nach, über sein Leben und die vielen Menschen um ihn herum. Als der Mond schon zu sinken begann, stand er auf und ging hinaus in seinen Garten und sprach also in den Nachthimmel:

 

„Oh ihr Sterne am Himmel, wie einfach ist euer Dasein. Ach du Mond, wie ruhig bist du doch. Nie sieht man dich zweifelnd. Immer sieht man dich gelassen über den Himmel schreiten und Acht geben auf alles was dich umgibt. Deine Welt ist einfach, aber sag mir: Verstehst du meine Welt?

Meine Welt ist unverständlich, verschachtelt und wirr. Man kann sie von Weitem nur schwerlich erkennen, und von Nahen ist sie teils wunderbar und teils grausam zugleich. Und das was sie so macht ist nicht etwa ihre Größe, oder ihre Komplexität, es ist ganz einfach der Mensch, der sie so unbegreiflich unmenschlich macht. Der Mensch allein und niemand sonst ist schuld an dem Aussehen der Welt, und ebenso an ihrer Wahrnehmung.

Dies muss der Mensch begreifen! Er Muss begreifen, dass er die Welt in seinen ureigenen Händen hält, dass er es ist der mit ihr spielt, der sie würgt, und dass er es ist der sie gedeihen lassen kann.

Ich möchte ausziehen gleich dir großem Gestirn und unter den Menschen wandeln und Ruhe und Verständnis unter ihnen verbreiten, auf das die Welt und die Menschen in ihr einst ebenso einhellig, glückselig und friedlich sind wie all die Sterne am Himmelszelt.

Ich möchte der Welt helfen sich zu heilen von der Krankheit die die Menschen in sie hinein getragen haben.

Ich möchte der Welt helfen die Menschen zu heilen.

Ich möchte, dass die Menschen aufwachen und erkennen was ich erkannt habe.

Ich möchte die Menschen aus ihrem Tiefschlaf reißen und sie befreien aus ihren eigenen Klauen.“

 

Als Tharaostra dies gesprochen hatte, fühlte er sich das erste mal seit langem frei zu tun was er wolle, voller Tatendrang und selig zufrieden mit dem Entschluss, der so lange in ihm gereift war, bis er nun endlich zu süßem Wein ward und seinen Geist erquickte.

Vor kurzem war ich wieder einmal bei meinen Großeltern. Dabei kamen zwei interessante Zitate zum Thema Griechenland zur Sprache, die mich ein wenig zum Nachdenken angeregt haben.

Zum einen: „Die Südländer können nicht richtig arbeiten.“

Und zum anderen soll ein, ich glaube es war ein Grieche, schon vor einigen Jahrzehnten gesagt haben: „Wir arbeiten um zu leben. Die Deutschen leben um zu arbeiten.“

Insbesondere die zweite Aussage finde ich dabei sehr interessant. Und wenn man sich dies ein wenig genauer überlegt, mag es im Großen und Ganzen sogar stimmen. Andererseits ist es wohl gerade diese Arbeitsamkeit, die uns Deutsche wohl dahin gebracht hat, wo wir heute stehen.

Es stellt sich die Frage, was denn besser sei. Viel zu arbeiten, und davon zu leben. Oder viel zu leben, und dafür zu arbeiten. Ich persönlich finde den zweiten Ansatz besser, da er mehr auf dem Wesentlichen beruht und eben das Leben im Vordergrund steht – nicht die Arbeit. Das heißt man lebt nicht so gut, wie man es sich leisten kann, sondern man lebt wie man will, und arbeitet so viel wie nötig. Oder anders gesagt: Man gibt nicht so viel Geld aus wie man hat, sondern erarbeitet so viel Geld, wie man braucht.

Sicherlich kann man diese beiden Denkmuster nicht so klar voneinander unterscheiden, aber ich glaube schon, dass sie bei verschiedenen Menschen, und auch bei verschiedenen Völkern, unterschiedlich ausgeprägt sind.

Das Problem, welches dadurch in meinen Augen im Zusammenspiel mit unserer modernen Gesellschaft entsteht, ist wohl, dass es schwer ist für unterschiedliche Menschen gleiche Gesetze zu machen. Schon die alten Griechen haben erkannt, dass unterschiedliche Lebensräume die Menschen verschieden prägen, und sie in dieser Folge auch verschiedene Gesetze benötigen. Und da verschiedene Lebensweisen eben auch einen bedeutenden Einfluss auf die Wirtschaft eines Landes haben, kann es in meiner Meinung nach daher nicht im Interesse aller Menschen sein, z.B. alle europäischen Staaten in einem Land zu einen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass Staaten immer regulieren und vereinheitlichen.

 

Auf der einen Seite preisen wir Vielfalt und Wettbewerb, auf der anderen Seite beschneiden wir beides durch immer mehr Staatliche Eingriffe auf nationaler, aber auch internationaler Ebene.