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Am nächsten Tag hörte Tharaostra etwas das ihn sehr erschrak. Eine Wahrheit, über die er viel nachgedacht und die sich für ihn als eindeutig und unmissverständlich herausgestellt hatte, wurde auf ein Mal von allen verleumdet. Es war Tharaostra, als wäre die Welt aus ihren Angeln gebrochen und alle Gesetze und Regel in ihr seien wertlos geworden. Es gab zwar ebenso wie früher viele Bekannte, die seiner Meinung waren, aber der Rest der Welt, all die Menschen die er nicht kannte, schienen auf ein mal anderer Meinung.

Und darauf begann Tharaostra sich in seiner Verwirrung abermals mit dieser Wahrheit zu beschäftigen und sie auf die Probe zu stellen. Und er überdachte sie viele Tage sehr gründlich, wie er es stets in solchen Fällen getan hatte. Aber er konnte keinen Zweifel seines Inneren entdecken. So begann er denn die Argumente zu prüfen, welche die Welt ihm offenlegte. Und einige waren darunter, die ihm plausiebel erschienen, zumeist unverrückbare Wahrheiten – Fakten deren pure Existenz alleine mit einer so großen Intensität auf ihn einwirkten, dass er kaum zwiefeln konnte. Aber es gab trotzdem Ungereimtheiten. Es war, als würde man Kirschen an einem Apfelbaum wachsen sehen, der hoch über einem geheiligten Abgrunde wächst. Man konnte es weder glauben noch verstehen, aber die Kirschen waren da – man konnte sie von Fernen sehen. Und eben so erging es Tharaostra! Er sah die Kirschen am Apflebaum, konnte sich dies aber nicht selber erklären. Also musste er glauben, was man ihm sagte. Und man sagte ihm das, was am naheliegendsten war, die Kirschen wachsen nuneinmal an diesem Apfelbaum. Und Schuld daran sind die Prister, die gebetet haben, es mögen Kischen wachsen an diesem Apfelbaume.

Doch dann war es als träfe Tharaostra einen Gärtner, der sehr bewandert war in Dingen die die Bäume in den Gärten der Menschen angingen, und auch, so behauptete er, in den Dingen die diesen Baum angingen.

„Diese Kirschen wachsen nicht an diesem Baum, sie wurden lediglich von einem guten Kletterer und Akrobaten an den Baum gehängt!“

Doch die Menge, die den Pristern zuhörte und ihnen huldigte ob ihrer Größe, hörte ihn nicht. Und sie ignorierte ihn nicht nur, sondern beschimpfte ihn, ebenso wie es auch die Prister taten:

„Seht diesen Thor, er glaubt eine einfache menschliche Erklärung zu haben für göttliche Werke, für die sein Verstand nicht gemacht ist, und die sein Neid nicht akzeptieren kann. Und so klammert er sich an einen Halm, welcher Gewohnheit und Erfahrung heißt, und spottet uns. Zerbrecht diesen Halm, und so Gott es will, werden wir euch in unsere erlesene Mitte aufnehmen. Und ihr werdet von Glaubenden zu Verstehenden. Ihr werden Verstehende des neuen Glaubens werden, wenn ihr nur glaubt und diesen unwissenden Gärtner, der nichts von heiligen Bäumen versteht, keine Beachtung schenkt.“

So wandelte dieser Gärtner umher, sprach zu den Menschen und verteielte Schriften. Doch niemand hörte ihn an.

Tharaostra beobachtete dieses Schauspiel und Gerede von Weiten, doch als er an der Stelle war, wo zuvor der Gärtner sich befand, fand er nur noch dessen Schriften vor. Und so hob er neugierig eine vom Boden auf und las. Es war nur ein kleines Schreiben, in dem zu einer Veranstalltung eingeladen wurde, zu der sich all diejenigen treffen würden, die nicht an den Apflebaum mit den Kirschen glauben.

Die Zeit vergeht, die Erde dreht sich unaufhaltsam und die Sonne geht jeden Tag aufs neue auf. Nur sieht man das nicht immer.

Und so ähnlich ist es auch im Leben. Es geht bergauf, es geht bergab, es geht hin und her und drunter und drüber.

Und so war es auch bei mir. Wobei es sich viel zu lange Zeit auf einem relativ niedrigen Niveau auf und ab bewegte. Aber letzendlich hab ich wohl vor einiger Zeit die Kurve gekrigt. Auch wenn die Selbstwahrnehmung wohl nicht auf dem Vorniveau gelandet ist, so ist sie doch auf einem guten Stand und deutlich gefästigt. Es kann also wieder bergauf gehen. Und um dies vielleicht ein wenig zu unterstützen, aber auch weil mir einfach danach ist, will ich wieder ein wenig schreiben. Auch weil es so schön ist, alte Texte wieder zu lesen. Und irgendwann sind schließlich alle Texte alt.

Meine Ansichten haben sich sicher ein wenig verändert, mein Horizont ist weiter geworden, meine Überzeugungen haben sich hoffentlich nicht zu sehr versteift, mein Gedanken können gerne wieder ein wenig weitere Kreise ziehen, meine Einsichten sind vermutlich etwas aufgeweicht und alles ist ein Stück weit einem gewissen Pragmatismus gewichen. Nichts desto Trotz bin ich glaube auch ein Stück offener geworden und habe mein Interessensgebiet ein wenig verschoben, vor allem aber auch erweitert.

Es ist an der Zeit ein neues Kapitel aufzuschlagen! Weniger in meinem Leben, als vielmehr in meinem Kopf. Ich muss wieder ein wenig Anschluss finden an die Welt und mich langsam aus meiner Beobachterposition lösen. Aber es ist selten ein Prophet vom Himmel gefallen, und daher werden wir sehen, was die Zeit bringt. Ich werde versuchen kleine Schritte langsam zu Gewohnheit werden zu lassen und mich almählich zu steigern.

Wenn man Benedikt Härlin glauben kann, wass er in seinem gestrigen Vortrag in Dresden darlegte, und was in dem von ihm mitverfassten Weltagrarbericht geschrieben steht, dann muss man sich in der Tat fragen, was da eigentlich alles schief läuft.

In Afrika lebt nur ein Viertel aller Unterernährten der Welt, zwei Drittel leben in Asien und in den seltensten Fällen gibt es (auch in Afrika) in den betreffenden Ländern zu wenig Nahrung. 70% der Hungernden leben auf dem Land, obwohl über 50 % aller Menschen in Städten leben.

56 % dessen was auf den Äckern weltweit angebaut wird kommt nicht beim Konsumenten an. 26 % geht durch die Fleischproduktion verloren und 30 % vergammeln zwischen Ernte und Verbrauch (bzw. werden nicht verbraucht). In Deutschland werden etwa 40 % der Lebensmittel weggeschmissen.

Und wer glaubt das die Sonne die meiste Energie für unsere Ernährung aufbringt, ist auf einem Holzweg unterwegs, der nicht einmal mehr morsch, sondern lediglich noch imaginär ist. Denn für 1 kJ, dass wir verzehren, werden durch  An- und Abbau, Düngung und Transport der Lebensmittel etwa 10 kJ aufgewendet. Da verwundert es nicht, dass die Landwirtschaft für etwa 40 % der Treibhausgase verantwortlich ist (unabhängig davon, ob sie nun klimaschädlich sind, oder nicht, gibt diese Zahl eine Ahnung davon, wie viel Aufwand mit unseren Lebensmitteln betrieben wird).

Weitere Probleme unserer Landwirtschaft sind neben dem Einsatz von diversen Pestiziden auch die Überdüngung und der Einsatz großer und damit auch schwerer Maschienen, welche den Boden stark verdichten und dafür sogen, dass seit einigen Jahrzehnten zwar weniger Menschen in der Landwirtschaft arbeiten müssen, aber dafür auch die Produktivität zurückgeht.
Daher überlegt euch demnächst zwei mal, wie, wo und was ihr einkaufen geht!

Die Welt ist kompliziert.

Das will und kann ich nicht bestreiten.

Aber das Problem daran ist nicht, dass wir sie deshalb nicht verstehen, sondern dass wir uns duch die Kompliziertheit der Welt davon ablenken lassen, dass es einfache Wahrheiten gibt.

In unserem Innern wissen wir, dass unser Wohlstand nicht nur auf Technologien und unserer Arbeit beruht, sondern auch auf der Ausbeutung anderer Menschen. Wir wissen, dass Kriege nicht geführt werden, um den Menschen in einem fremden Land zu helfen, sondern um unsere Interessen durchzusetzen.

Das ist uns klar! Aber die Konsequenzen erahnen wir nur. Es ist nur schwer vorstelbar, in wie weit unser Wohlstand tatsächlich zu Lasten Dritter geht. Und da dies so schwer vorzustellen ist, lassen wir es gleich ganz bleiben, berufen uns auf die Kompliziertheit der Welt und täuschen damit uns und andere. Eine kollektive Ignoranz entsteht, und diejenigen die aus diesem Kollektiv ausbrechen, werden kaum beachtet und zum Teil als Spinner bezeichnet.

Das führt so weit, dass unser Gehirn uns mit der Zeit glauben macht es wäre alles in Ordnung. Werden wir danach gefragt, wissen wir zwar noch, dass da etwas nicht stimmt, aber im Altag werden diese Aspekte mitunter vollkommen ins Unterbewusstsein verdrängt.

Der Mensch ist nicht von Grund auf böse, aber er unterliegt wie alle Tiere einem Selbsterhaltungstrieb, der auch das Bewusstsein verschiebt, wenn es nötig ist und die eigene Existenz bedroht scheint.

Neben diesem Trieb gibt es aber auch diese eine Eigenschaft, die den Menschen angeblich signifikant vom Tier unterscheidet. Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen. Das heißt wir sollten zumindest in der Lage sein unseren Verstand zu gebrauchen.

Und wenn Mensch zum Beispiel die Menschenrechte für gut erachtet und diese mit ein wenig Verstand beherzigen, sollte allen Menschen auf dieser Welt ein besseres Leben möglich sein.

Zu erkennen, dass die Umverteilung materiellem Wohlstandes dabei allen zugute kommen kann, ist dabei nur ein erster Schritt.

 

Zugegeben, das Thema scheint jetzt etwas weit hergeholt sein, aber die Frage ist für mich gerade von ganz praktischer und nicht unbedeutender Relevanz.

Vielleicht bin ich da gerade auch etwas zu konsequent in meinem Denken, aber von Vorn:

Ich schreib ja nunmal gerad an meiner Diplomarbeit und nächsten Mittwoch ist Abgabetermin. Im Wesentlichen war ich mit der Arbeit vor etwa einem Monat fertig. Hab ich gedacht. Noch ein paar Feinschliffe hier und da, vielleicht auch nochmal was umschreiben, und dann halt noch die Form in Ordnung bringen und die ganzen Kleinichkeiten. Dachte ich, und hab das meinem Chef vorgelegt, und war in den beiden darauffolgenden Wochen auch zwei mal bei meinem Prof und es sind noch ein paar Unklarheiten aufgetaucht. Im Prinzip zu knappe und/oder unklare Erklärungen, meine Gramatik wurde in der Art kritisiert, dass ich zu lange Sätze schreibe, und generell schien alles ein wenig unübersichtlich. Bis auf den letzten Punkt alles kein Problem. Eine neue Struktur hab ich mir dann auch überlegt, dann aber verworfen. Es ist halt ein Komplexes Thema. Mein Chef (und auch Betreuer von seiten der Firma) hatte sie auch gelesen und den Inhalt für gut befunden, lediglich an den Formulierungen müsse man noch ein wenig feilen.

Zeit sich damit intensiver zu beschäftigen hatte er dann aber erst letzten Sonntag. In Folge dessen haben wir uns damit ausgibig beschäftigt. Nun muss man sagen, dass er 70 Jahre als ist, und echt fit und umfassend gebildet. War Lektor für internationale Fachzeitschriften und hat in meinen Augen wissenschaftlich echt was geleistet. Was mich jedoch etwas gestört hat, war die Tatsache, dass er im Wesentlichen nicht nur kritisiert hat, sondern seine eigenen Vorstellungen auch im Detail umgesetzt hat. Also auch was Satzbau und Wortwahl anging. Ein wenig hat mich der Gedanke beruhigt, dass wir auf die Art nicht weiter machen können, und er schon von alleine dazu übergehen wird, den Text nicht mehr selbst zu verfassen und wohlmöglich nur noch grobe Kritik zu äußern. Am Mittwoch jedoch kam das erste mal die Frage auf, ob man eine Fristverlängerung beantragen könne, und ich solle mir das mal überlegen. Dies habe ich getan. Mit dem Ergebnis, dass ich pünklich abgeben will. Auch bin ich davon abgewichen das ganze Montag in den Druck zu geben, so dass ich tatsächlich bis Dienstag an der Arbeit werkeln kann. Daraufhin hat er mir erklärt, dass es ihm unter diesen Umständen nicht möglich wäre die ganze Arbeit durchzuarbeiten. Dies entsprach nicht meinen Erwartungen, aber damit hätte ich leben müssen und können.

An dieser Stelle sei bemerkt, dass mir sehrwohl bewusst war, das mein Chef diese Arbeit als etwas ansieht das seine Firma verlässt, und als solches von hoher Qualität zeugen soll. Und demnach auf wollte, das ich einen Zeitaufschub beantrage. Und er hätte dies auch auf seine Kappe genommen. Er hat mir jedoch auch zuverstehen gegeben, dass es meine Entscheidung sei. Und ich wollte nicht verlängern. Zum einen, damit meine Arbeit dies zumindest zum Teil bleibt, und zum anderen, da ich keine wirkliche Rechtfertigung für mehr Zeit gesehen habe. Dass ich nicht weiß, was mein Prof davon hält, und wie sich das eventuell auf die Benotung auswirkt, hat vermutlich keine große Rolle bei meinen Überlegungen gespielt. Seine Zustimmung, die auch nötig ist, werden wir vermutlich bekommen.

Auf meine letzte Mail, in der ich noch einmal gesagt habe, dass ich mich gegen eine Verlängerung entscheide, kam folgende Antwort:

ich kann da wenig machen und möchte deshalb meine Betreuung an der Arbeit nicht erwähnt haben, wenn wir bis zum Termin keine andere Lösung finden.

Mehr möchte ich dazu jetzt nicht sagen. Es ist wirklich bedauerlich!

Das hat mich dann etwas vom Hocker gehauen. Und da ich mir nicht einfach einen neuen Betreuer suchen kann, werde ich natürlich versuchen mich am Montag mit meinem Prof in Verbindung zu setzen und eine Verlängerung zu beantragen. Hier mal noch meine Antwort:

Sehr geehrter Herr Schulz,
zu aller erst möchte ich ihnen noch einmal sagen, dass ihr sehr dankbar bin, dass sie mich in diesem Maße bei meiner Arbeit unterstützen und viel Zeit darin investieren. Viele ihrer Kritiken sind berechtig und sicher ist es auch mein Versäumnis, dass wir erst vor 4 Wochen begonnen haben am konkreten Text zu arbeiten.
Da ich nicht in der Lage bin mir einen neuen Betreuer zu suchen, und das eigentlich auch nicht will, werde ich am Montag versuchen eine Fristverlängerung um zwei Wochen zu beantragen!
Ich möchte die Sache damit aber auch nicht einfach auf sich beruhen lassen und will ich mich im Folgenden noch einmal erklären, was ich vielleicht auch früher noch klarer hätte tun sollen. Wobei sie es einem auch nicht unbedingt leicht machen und ich dachte, dass sie meine Entscheidung vielleich nicht für gut heißen, aber dennoch verstehen.
Zwei wesentliche Gründe haben mich dazu bewegt die Arbeit nicht verlängern zu wollen.
Zum einen ist eine Diplomarbeit zwar eine wissenschaftliche Arbeit, die als solche gewissen Ansprüchen unterliegt, sie ist aber trotz alledem auch eine Prüfungsleistung, die Ausdruck der Fähigkeiten des Studenten sein soll und muss. Die Diplomarbeit stellt das Ende einer studentischen Laufbahn dar und soll als solche die im Studium erlangten Fähigkeiten wiederspiegeln. Daher sehe ich es weder als ihre Pflicht, noch als ihre Aufgabe an, diese Arbeit bis ins Detail zu perfektionieren. Zumal ich nicht weiß in wie weit das Resultat noch meine Arbeit darstellt und ich mich bei dieser Art des Betrugs, denn das ist es genau genommen, merklich unwohl fühle.
Zum anderen sehe ich in meinen Augen keine ausreichende Rechtfertigung für das verlegen des Abgabetermins. Denn auch dieser gibt einen Rahmen vor, innerhalb dessen ich als Student in der Lage sein muss ein gegebenes Thema zu bearbeiten. Und wenn meine Diplomarbeit den Maßstäben nicht gerecht wird, die an einen Studenten gestellt werden, dann ist dies mein Stand und vermutlich auch ein Versäumnis der Universität, aber wohl kaum ihre Schuld.
Ich möchte noch einmal sagen, dass ich sehr dankbar für sie als Betreuer bin und mir ist bewusst, dass viele Studenten überglücklich mit ihnen wären, meine Mittbewohner mich für zu moralisch und in dieser Hinsicht ziemlich bescheuert halten, und dass das von ihnen praktizierte Vorgehen vielleicht auch ein durchaus akzeptiertes ist.
Ich verstehe ihren Standpunkt vollkommen, bitte sie aber zumindest Akzeptanz meiner Sichtweise.
Ich bedaure dies nicht eher in der Form ausgedrückt zu haben und hoffe das wir diese Arbeit zu einem für beide Seiten zufriedenstellenden Ende führen können.
Ein schönes Wochenende!

Daher meine Frage: Ist meine Sichtweise antiquiert und/oder Utopisch, oder ist es Rechtfertigung genug von der moralischen Korrektheit des eigenen Handelns überzeugt zu sein?

Ich hab mir da ohnehin schon die ganze Woche das Hirn drüber zermartert, und bin ich mir echt nicht mehr sicher. Sowohl was meine moralischen Standards betrifft, als auch was die Beziehung zwischen meinem Chef und mir angeht…

Meine Diplomarbeit neigt sich dem Ende, und ich hab etwas mehr Zeit das Leben auch wieder intensiv zu genießen. Und eines wird mir dabei zunehmend klarer:

Das große Glück, das über den Moment hinaus geht, gibt es nicht! Aber das kleine Glück wartet an jeder Ecke und zu jedem Augenblick auf uns. Wir müssen es nur als solches erkennen, warnehmen und vor allem begreifen.

Wenn wir bereit sind die einzigartige Schönheit in den Dingen zu erkennen, die uns täglich umgeben, wenn wir die innere Ruhe besitzen um dieses seichte Pflüstern zu hören, dass uns wie ein leises Summen umgibt, und wenn wir die Sorgen, die uns vielleicht bedrücken, einmal etwas abseits stellen, dann erfasst uns zuweilen ein Gefühl von innerer Zufriedenheit, von Ruhe, von Selbstbestimmtheit und Glück. Und je mehr wir uns darin üben bewusst zu leben, uns Zeit für den Augenblick zu nehmen und uns von den unzähligen äußeren Einflüssen ein wenig lossagen, desto häufiger werden wir solchen Augenblicken auch begegnen.

Dazu müssen wir lediglich auf unseren Körper hören und den Lärm unserer modernen Welt um uns herum einen Moment vergessen.

Das Leben besteht nicht aus Frühstück, Arbeit, Abschalten, und ab und zu mal Urlaub! Und das kleine Glück finden wir zuweilen überall. Sei es im strömenden Regen oder bei Sonnenschein.

 

Und wem das jetzt zu spirituell erscheint, der kann sich damit trösten, dass vielleicht alles nur ein Selbsthilfemechanismus ist, der mich in einer zum Verzweifeln gut geeigneten Welt bei Verstand hält.

Zeit

Es gab Zeiten in meinem Studium, da hab ich (die meisten) Vorlesungen besucht, Protokolle geschrieben und Praktika vorbereitet, aber sonst recht viel rumgegammelt. Sicher hab ich mich auch damals wie bereits zu Schulzeiten mit verschiedenen gesellschaftlichen Problemen befasst, und auch etwas geschrieben, aber zur Zeit erkenne ich mich selbst kaum wieder.

Seit dem ich nur noch 6 Stunden am Tag arbeite, um mehr Zeit für meine Dipomarbeit zu haben werde ich in einem Maße von Tag zu Tag produktiever, dass ich mich selbst kaum wieder erkenne.

Nicht nur dass ich schon immer Probleme hatte viel zu schreiben, und zumeist nicht mehr als eine Seite am Tag zustande brachte, auch dass ich regelmäßig Ablenkung durch Filme, Serien, Spiele und ähnliches gebraucht habe, scheint vorbei. Seit etwa zwei Wochen schlafe ich nur noch 6 Stunden am Tag, und nutze den Rest in einem Maße, dass mir früher unvorstellbar vorkam. Ein wesentlicher Teil dieses Phänomens scheint die Tatsache zu sein, dass ich mich sehr häufig mit Menschen über die Probleme unserer Welt unterhalte und mit diesen auch Ideen entwickle und Aktionen plane, um die Menschen darauf ein wenig aufmerksam zu machen.

Diese Treffen sind zwar zum Teil recht lang, und erfordern eine gewisse Aufmerksamkeit und Durchdachtheit, aber meistens habe ich danach das Gefühl, ich könnte Bäume ausreichen. So kommt es nicht selten vor, dass ich nach der Arbeit etwa 2 Stunden koche und etwas das WG-Leben genieße, dann an der Diplomarbeit arbeite, mich dann mit „meinen Leuten“ treffe, und hinterher noch einmal bis 1 Uhr Nachts an meiner Diplomarbeit schreibe. Und selbst wenn ich einmal von 6 bis 22 Uhr arbeiten muss, gehe ich dannach mitunter noch eine Stunde Joggen und setzt mach danach noch an meine Diplomarbeit. Dazu Montags 4 Stunden Sport und z.B. mal Paddeln gehen.

Den Höhepunkt bildete vorerst die vergangene Nacht, in der ich Nachts um 3 mal eben beschlossen habe auf Arbeit zu fahren, um noch ein wenig was zu schaffen. Mittags zwei Stunden sonnenbaden an der Elbe, und bereits wieder fit und voller Tatendrang.

Es ist ein wenig, als würde man sich von Raum und Zeit lösen und über den Dingen zu schweben beginen.

Ich bin mir gerade nur nicht richtig sicher wo die Reise hingeht…

Arbeit hat ihren Preis. Das muss die Gesellschaft erkennen und akzeptieren!

Man kann das Blatt drehen und wenden wie man will, aber man muss letztendlich erkennen, dass für eine gute Versorgung in Pflege und Gesundheit das Gehalt zum Beispiel der Leute, die eben dies zum Großteil besorgen, nicht ausreicht.

Um Arbeit wieder wertschätzen zu können bedarf es jedoch zwangsläufig nicht nur einer besseren Bezahlung, sondern damit einhergehend auch einer Umverteilung von Vermögen.

„Eigentum verpflichtet.“ Doch wozu? Wer einmal mehr besitzt, als er verbraucht, kann seine Ersparnisse, in welcher Form auch immer, für sich arbeiten lassen. Das heist aber auch, dass andere mit diesem Vermögen arbeiten und dafür zahlen, und sich somit ein überschüssiges Vermögen auf Kosten anderer stetig vermehrt.

Dabei vergrößert sich zwangsläufig die Schere zwischen Arm und Reich. Solange die „Reichen“ mehr verdienen als sie ausgeben, müssen die „Armen“ im Mittel immer Ärmer werden – ob sie wollen oder nicht.

Auch wenn es genügend Rechtfertigungen dafür gibt, dass man Miete, Pacht oder Zinsen erhält, so stellt sich doch die Frage, wie das dadurch erworbene Vermögen zumindest zurück zu den Menschen gelangt. Und auch wenn diese Vermehrung von Besitz allgemein in der Gesellschaft akzeptiert wird, so stellt sich doch die Frage, ob dies in jedem Maße moralisch gerechtfertigt werden kann.

Verstand der du gefässelt bist, der du eingenzwängt bist in einen Käfig, der du durch Gassen irrst, die keinen Ausweg bieten. Verstand der du doch leben willst – in Freiheit, wie es deine Art ist.

Keine Fässel ist stark genug für deinen Drang hinaus in die Weite, kein Käfig dem du nicht enkommen könntest und keine Gasse, aus der es keinen Ausweg gibt.

Du allein hast die Kraft Mauern zu errichten oder einzureißen. Schranken existieren nur in deiner Vorstellung. Sie sind ebensowenig real wie vorgegebene Wege. Sie sind nur ein Gespinnst der Phantasie. Jedes Wort das wir hören, jeder Text den wir lesen, und sogar die meisten Bilder die wir sehen errichten unzählige Mauern in unseren Köpfen, bilden Schranken und Wegweiser. Doch der freie Verstand lebt nicht davon, dass er Wegen folgt, sondern davon, dass er Schranken zerschlägt und Mauern überwindet.

Es gibt keinen anderen Weg zu verstehen, als zu hinterfragen. Eine jede Antwort ist immer nur ein blasses Abbild ihrer Frage. Nur der Verstand, der die Frage kennt, kann die Antwort verstehen, denn nur er kann die Alternativen erblicken und beleuchten. Beleuchten und Durchleuchten von Alternativen ist dein Herzschlag der dich Verstand am Leben hält. Denn wenn du keine Alternativen zulässt bist du nichts als ein stumpfes Gedächtnis.

Ein stumpfes Gedächtnis, ein Maschinengedächtnis will die Welt aus die machen. Denn nur so kannst du in ihrem Sinne walten und schalten. Aber du bist keine Maschine, kein Werkzeug. Du bist ein Wesen das Leben will, dass sich frei entfalten muss um zu gedeihen und eine bessere Welt zu denken.

Wenn du einmal gelernt hast zu hinterfragen, dann steht dir die Welt offen. Wenn du erkennst, was sich hinter den Worten der Menschen verbirgt, wirst du nicht nur hören, was sie sagen, sondern auch verstehen warum sie es dir sagen und was sie dir sagen wollen.

Nur wenn du fähig uns willens bist nichts von vornherein auszuschließen, und alles zu hinterfragen, wirst du dich über die Gassen und Mauern erheben, und ihre Bedeutungslosigkeit begreifen. Denn bedeutlungslos sind sie warlich für jene, die sie überwinden können!

Es ist geschafft! Diese Woche habe ich endlich meine letzte Prüfung bestanden. Und damit weit mehr erreicht, als nur eine weitere letzte Note angesammelt…

Vier Tage gelernt und eine 2,3 bekommen. In einer Klausur mit dem Umfang von mehreren Vorlesungen. Und das nach eineinhalb Jahren mehr oder weniger ohne Kontakt mit dem behandelten Stoff. Da kann man sich nicht beschweren!

Doch leider lief es nicht im ganzen Studium so einfach. Das lässt sich schon daran erwähnen, dass zwischen den Vorlesungen und der Prüfung mehrere Semester lagen. Zeit einmal ein Zwischenresümee zu ziehen (die Diplomarbeit muss ja noch beendet werden):

Was heißt es zu studieren? Das ist wohl Ansichtssache. Doch welchen Zweck hat das Studium? Wonach sollte sich der Inhalt des Studiums im weitesten Sinne richten? Und wie gut stimmen Realität und Praxis überein?

Ganz wesentlich hängt das natürlich vom gewählten Studiengang ab, und ein wenig wohl auch vom Studienort. Ich für meinen Teil habe ein naturwissenschaftliches Studium (Angewandte Naturwissenschaften; Vertiefung Umweltanalytik) gewählt. Und wenn ich den heute überlege, was im Studium alles überflüssig war, so muss ich feststellen, dass es eine ganze Menge war. Sicherlich benötigt man einen Überblick über etwas mehr als nur sein Fachgebiet. Hinzu kommt, dass man ja während des Studiums in den seltensten Fällen schon weiß, was danach mal kommt, und was man dann genau benötigt. So möchte ich im Wesentlichen auch gar keine Kritik daran äußern, was man so alles für Vorlesungen hat, auch wenn etwas mehr Auswahl für den Studenten, der ja manchmal doch eine Vorstellung davon hat wo er einmal hin will, wohl nicht verkehrt wäre…

Was ich im Nachhinein, wie teils auch schon eher im Studium, besonders zu bemängeln habe, ist die Art und Weise, wie das Wissen der Studenten geprüft wird. Sicherlich ist es für den Lehrenden das Einfachste, wenn er einen Test schreibt, in dem man auf eindeutige Ergebnisse kommt und wo man klar definiertes Wissen abfragt. Das ist dann richtig oder falsch, man bekommt Punkte und hat mehr oder weniger gut bestanden – oder eben auch nicht. Demgegenüber steht natürlich die Möglichkeit, Verständnisfragen zu stellen, was sowohl vom Aufwand her, als auch von der Vergleichbarkeit her schwieriger zu bewerten ist.  Jedoch hat schon Einstein gesagt: „Wissen heißt wissen, wo es geschrieben steht.“ Was ich in meinem Beruf auswendig wissen muss, das lerne ich ja nicht in der Uni, sondern während der Arbeit. Welchen Sinn hat es, unabhängig davon, ob ich das später brauche oder nicht, das Periodensystem der Elemente auswendig zu lernen (bis zur 6.Periode mit Nebengruppen)? Selbst wenn dies für meinen Job tatsächlich unerlässlich sein sollte, dann hilft es auch  nicht es im 5 Semester zu lernen, um es spätestens im 7. wieder vergessen zu haben. Ganz zu schweigen von Unmengen an Formeln, die so unbekannt und unbedeutend sind, dass sie lediglich im Buch des Menschen stehen, der unglücklicher Weise gerade dein Prof ist, und das Ganze für einfach, logisch und vor allem wichtig hält.

Ich muss zugeben, dass ich schon immer große Probleme mit dem Auswendiglernen hatte. Zum meinem Glück wurde ich dafür von meinen Eltern mit einem, wie ich meine, sehr gutem Verstand ausgestattet. Dies hat es mir gerade in den Naturwissenschaften und Mathematik immer sehr leicht gemacht. Zumindest in der Schule, denn leider musste ich feststellen, dass es im Studium zwar genauso wenig/viel ums Verstehen ging, wie in der Schule, jedoch kam für mich irgendwann der Punkt, an dem die Formeln, die man anwendete, nicht mehr logisch waren. Sie behandelten nur Sonderfälle, unterlagen eine Unzahl verschiedener Annahmen oder folgten irgendwelchen hochtheoretischen Modellen. Was mich besonders gestört hat, was dabei die Tatsache, das diejenigen, die keinen blassen Schimmer hatten, aber die Formeln auswendig konnten, zumeist besser dastanden, als diejenigen, denen es andersherum erging.

Glücklicher Weise konnte ich feststellen, das die Noten hinterher (oder eben auch schon vor dem Ende)  tatsächlich kaum mehr jemanden interessieren!

Man muss sich jedoch fragen, welchen Sinn und Zweck eine so geartete Bewertung des Studiums überhaupt hat. Zumal durch ein solches Vorgehen mitunter auch kräftig ausgesiebt wird. Und das eben auch in Studiengängen, wo es angeblich mehr Studenten bedarf…

Auch ich wäre am Ende fast an einem Testat gescheitert, dessen Sinnhaftigkeit ich stark anzweifeln möchte.